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Wer betreut künftig die Touristen in Horneburg? Gerritje Deterding gibt Geschäft auf

Die Touristik-Information unter dem Dach von "GD Incentives" schließt Ende des Jahres
 
Gerritje Deterding
lt. Horneburg/Altes Land. Wer soll künftig die Touristen in der Samtgemeinde Horneburg betreuen? Diese Frage muss sich die Verwaltung nun stellen. Grund: Gerritje Deterding (65) will ihr Veranstaltungsbüro in der Langen Straße zum Ende des Jahres schließen.
Seit 2013 befinden sich unter dem Dach von "GD Incentives" ein Veranstaltungsservice, die Theaterkasse, der einzige Metronom-Treffpunkt im Landkreis Stade sowie die Touristik-Information.
"Wirtschaftlich lohnt es sich einfach nicht mehr, das Geschäft weiter zu betreiben", sagt die "Vollblut-Touristikerin", die sich in Zukunft mehr auf die Tourismus-Szene in Hamburg konzentrieren will. Seit vier Jahren ist sie bereits Vorsitzende des Gästeführer-Vereins "Hamburg Guides". Auch deshalb seien die Öffnungszeiten ihres Geschäftes in der Vergangenheit häufig unzuverlässig gewesen, räumt Deterding ein.
Außerdem habe ihr die jahrelange Sanierung der Langen Straße wirtschaftlich geschadet, sagt Deterding. Und dass die Horneburger Ortsmitte weitgehend "tot" sei, daran habe sich auch bis heute nichts geändert. Vom Rathaus hätte sich Deterding mehr Unterstützung gewünscht. Mit 400 Euro im Monat könne man keine Touristik-Information betreiben, sagt sie. Auch der Austausch mit der Tourist-Info in Grünendeich sei mühsam gewesen und hätte viel Zeit gekostet. "Ich habe den Eindruck, dass man hier eigentlich gar keinen Tourismus will", so Deterding.
Samtgemeinde-Bürgermeister Matthias Herwede wünscht sich eine neue Touristik-Information in der Langen Straße und hofft, dass sich ein Betreiber findet. Ansonsten müsse es eine interne Lösung geben. In diesem Fall würde die Tourist-Info im Rathaus angesiedelt.
Eine Mitgliedschaft im Tourismusverein Altes Land, der die Tourist-Info in Jork betreibt und dabei maßgeblich von den Kommunen Jork und Lühe unterstützt wird, kommt für die Samtgemeinde Horneburg nicht infrage, so Herwede. Man werde bestens vom Tourismusverband des Landkreises Stade betreut, in dem alle Kommunen des Landkreises touristisch organisiert sind.
Sollte es sich die Samtgemeinde doch noch anders überlegen, stünden die Türen auf jeden Fall offen, sagt der Geschäftsführer des Tourismusvereins, Stephan Bergmann, auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Allerdings müsste Horneburg dann laut Satzung jährlich etwa 45.000 Euro investieren, Jork und Lühe zahlen jeweils das doppelte.
Dafür würde Horneburg vielfach profitieren und stärker mit in die Vermarktung genommen werden, so Bergmann. Die Homepage des Vereins sei die meist angeklickte in der Region. Die Tourist-Info in Jork werde jährlich von bis zu 26.000 Menschen besucht. In der Saison von April bis Oktober ist sie täglich geöffnet.

Kommentar:
Warum nicht gemeinsam?
Das Alte Land und Horneburg kooperieren in vielen Bereichen bereits erfolgreich, z.B. beim Klimaschutz oder in der Vergangenheit beim Leader-Prozess. Warum tut sich Horneburg nicht auch beim Thema Tourismus mit den Altländern zusammen und tritt dem Tourismusverein bei? Eine Touristik-Info, die unter dem Dach eines anderen Geschäftes mitbetrieben werden muss oder gar im Rathaus nur wochentags zu den üblichen Öffnungszeiten zu erreichen ist, kann keine Dauerlösung sein - sofern man wirklich Touristen in die Region locken möchte.
Lena Stehr