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"Wie Affen im Käfig"

Anwohnerin Regina Dölitsch vor dem ungeliebten grauen Metallzaun: „Wir wurden von der Stadt nicht informiert“
bc. Stade. „Man fühlt sich wie im Gefängnis oder wie Affen im Käfig.“ Oft gehört auch: „So ein Zaun gehört vielleicht ins Industriegebiet oder in ein Fußballstadion, aber nicht in ein ruhiges Wohnviertel.“ Anwohner am Sandersweg in Stade sind empört. Sie sind absolut nicht einverstanden mit der Entscheidung der Stadtverwaltung, ihnen einen 1,30 Meter hohen Metallzaun vor die Nase zu setzen.

Dorthin, wo fast 40 Jahre lang ein 60 Zentimeter hoher Holzzaun vollkommen ausreichte. „Wir wurden über diese Maßnahme nicht informiert. Etliche Spaziergänger und Nachbarn haben uns gegenüber bereits ihr Missfallen geäußert“, klagt Regina Dölitsch.

Zum Hintergrund: Erst vor wenigen Wochen wurde der marode Holzzaun abgebaut und durch den ungeliebten grauen Doppelstab-Zaun ausgetauscht. Er soll die schmale Anliegerstraße Sandersweg in der Nähe der Pestalozzi-Grundschule von einer steilen Böschung abgrenzen. „Eine Gefahr für Leib und Leben hat es hier aber nie gegeben“, sagt Regina Dölitsch. Das sei jetzt ganz anders.

Grund: Der neue Zaun nimmt einen Teil des engen Bürgersteigs ein. „Wenn die Kinder mit Ranzen und Sportbeutel bepackt sind oder mit dem Fahrrad fahren, können sie hier kaum auf den Seitenstreifen ausweichen“, sagt die Frau. Hier sei ein echtes Sicherheitsrisiko entstanden.

Das Problem sei zudem der rege Verkehr, der in einer Anliegerstraße eigentlich gar nicht vorherrschen dürfte. Besonders zu Schulanfang und -ende werde der Sandersweg als Verbindungsstraße genutzt. „Kontrolliert wird hier nicht“, moniert Regina Dölitsch.

Ihre Kritik trug die Frau jüngst auch während der Einwohnerfragestunde im Stadtentwicklungsausschuss vor. Die Antwort von Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms verstärkte ihren Unmut nur noch mehr. Er betonte, dass die Metallzaun-Lösung gängige Praxis im Stadtgebiet sei und die Verwaltung diese Art von Zaun immer wieder verbauen würde. Über Schönheit lasse sich bekanntlich trefflich streiten, so Schröder-Doms. Wenn sich allerdings Nachbarn finden könnten, die den Zaun begrünen würden, dürften sie dies gerne tun.

Regina Dölitsch und ihr Mann Ralph haben der Stadt eine Lösung vorgeschlagen: „Mit einem 80 Zentimeter hohen Zaun mit anthrazitgrauer Lackierung wäre unsere Empörung wohl ausgeblieben.“