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Wieder eine Barriere beseitigt

Katharina Böhnke-Nill von "Hören ohne Barriere"

Hörgeschädigte können nun auch die Sitzungen im Stader Kreishaus verfolgen

tp. Stade. Für Schwerhörige wird die Teilnahme am politischen und kulturellen Leben in der Kreisstadt Stade schrittweise einfacher. Dank des Einsatzes einer modernen Höranlage konnten Hörgeräte-Träger am vergangenen Montag erstmals die Diskussion bei der Sitzung des Kreistages verfolgen.
Der Stader Verein "Hören ohne Barriere" (HoB) hatte zum Test sogenannte induktive Höranlagen zur Verfügung gestellt. Mit den Spezialapparaten wird Sprache in einem elektromagnetischen Verfahren auf das Hörgerät oder die Hörprothese übertragen. Voraussetzung ist, dass das Hörgerät mit einer besonderen Telefon-Spule ausgestattet ist, die Magnetwellen in Tön umwandelt. Schwerhörige ohne Hörgerät machen sich die Technik über Kinnbügelhörer zunutze.
Nach dem erfolgreichen Testlauf hat sich der Landkreis zur Anschaffung einer eigenen Anlage für rund 3.000 Euro entschlossen.
HoB-Chefin Katharina Boehnke-Nill sieht die künftige regelmäßige Teilhabe der Schwerhörigen an den Sitzungen als weiteren Fortschritt in der Vereinsarbeit. Wie das WOCHENBLATT berichtete, hat sich HoB zum Ziel gesetzt, sämtliche öffentlichen Gebäude in der Stadt Stade mit den akustischen Anlagen auszurüsten.
Eine induktive Höranlage gibt es bereits im Schwedenspeicher-Museum. Die Tourist-Information am Hafen will ab Frühjahr bei Stadtführungen eine mobile Anlage einsetzen, die der HoB bereitstellt. Auch der Kulturtempel Stadeum will die praktische Technik einführen.
• Nach Schätzungen des Vereins HoB sind im Kreis Stade rund 30.000 Menschen über 14 Jahren schwerhörig, unter ihnen Kreistagsmitglieder. 4.500 Betroffene tragen ein Hörgerät.
www.hoeren-ohne-barriere.de