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Windpark-Pläne am Stader Stadtrand

Teile der Gemarkung von Stade und Hammah sind von den Plänen betroffen. Im Hintergrund ist die Silhouette von Hohenwedel zu erahnen (Foto: bc)
Projektierer aus Cuxhaven informiert Grundeigentümer

bc. Stade. Der Windkraft-Projektierer PNE aus Cuxhaven hat jüngst Grundeigentümern seine Windpark-Pläne für Teile der Gemarkung Stade-Haddorf sowie für Teile von Hammah vorgestellt. Dort sollen in Zukunft mehrere große Windspargel aus dem Boden sprießen, die Rede ist von elf Anlagen auf einer Fläche von mehr als 100 Hektar Land. Das WOCHENBLATT fragt bei dem Unternehmen nach. Was genau ist geplant?
Zunächst ging es PNE, bei dem der frühere Stader Oberkreisdirektor Dr. Karsten Ebel als Berater tätig ist, in Stade darum, Flächen planerisch zu bestimmen, die sich für einen Windpark eignen. "Wir befinden uns in einem ganz frühen Stadium bei der Entwicklung eines Windparks. Üblicherweise dauert so eine Entwicklung drei bis fünf Jahre", sagt PNE-Sprecher Rainer Heinsohn dem WOCHENBLATT.
Die Flächenfindung am Stader Stadtrand sei im Verfahren der sogenannten Weißflächenanalyse nach den Kriterien erfolgt, die der Landkreis in der Vergangenheit seiner Planung zugrunde gelegt habe. "Unserer Auffassung nach haben wir dort eine Fläche definiert, die sich für den Bau eines Windparks eignet", so Heinsohn weiter.
Wie berichtet, überarbeitet derzeit die Kreisverwaltung ihre Teilplanung Windkraft im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP), um Vorranggebiete auszuweisen. Hintergrund: Das Oberverwaltungsgericht hatte die einstige Planung für unwirksam erklärt, da die Kriterien für die Vorrangflächen zu restriktiv waren. Nach dem OVG-Urteil ist es nun theoretisch möglich, auf jeder in Frage kommenden freien Fläche ein Windrad zu bauen.
Kreisbaurat Hans-Hermann Bode dazu: "Wo künftig die Vorranggebiete liegen werden, wenn wir die Kriterienkataloge neu aufgestellt haben, ist noch offen." Es sei aber völlig normal, dass sich Unternehmen vorzeitig Flächen sichern würden, um überhaupt weiter planen zu können.
Nichts anderes macht PNE gerade. "Wir haben u.a. geschaut, ob die Abstände zur Wohnbebauung eingehalten werden können, ob der Natur- und der Landschaftsschutz eingehalten wird, ob dort überhaupt genug Wind weht und ob es Möglichkeiten zur Stromeinspeisung gibt", erklärt PNE-Sprecher Heinsohn. Jetzt müssten die Grundeigentümer mit ins Boot geholt werden, um entsprechende langfristige Pachtverträge über 20 bis 25 Jahren mit ihnen abschließen zu können. Nach WOCHENBLATT-Informationen soll von Seiten der Eigentümer Gesprächsbereitschaft signalisiert worden sein.
Auch das Landvolk sieht keine gravierenden Bedenken. Der Inhaber des nahe gelegenen Hof Bockhorst hat auf Nachfrage ebenfalls keine Probleme mit dem geplanten Windpark, was die Abstandsregelung angeht. Andere Anwohner dagegen schon. Eine WOCHENBLATT-Leserin, die anonym bleiben möchte, sagt: "Der Windpark rückt meiner Meinung nach zu nah an das Stadtgebiet heran. Der Blick von Hohenwedel aus in die unbebaute Natur wird getrübt."
• PNE ist im Landkreis Stade bereits aktiv. Im vergangenen Jahr wurden zusammen mit der Umwelt Management AG (UMaAG) aus Cuxhaven fünf moderne Enercon-Windkraftanlagen mit Flügelspitzenhöhen von 150 Metern bei Engelschoff fertig gestellt.