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"Wir müssen umdenken"

lt. Stade. Warum verdienen die meisten Frauen noch immer weniger als Männer? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Mitglieder des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) aus Stade jetzt im Rahmen des "Equal Pay Day". In der Stader Innenstadt verteilten sie rote Tragetaschen, um auf die Ungleichbezahlung von Frauen und Männern hinzuweisen.
Beim vorangegangenen gemeinsamen Frühstück stellten die SoVD-Frauen außerdem ein Positionspapier vor, das als Anstoß für Veränderungen in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt dienen soll.
"Wir brauchen ein Umdenken in den Köpfen", so SoVD-Kreisfrauensprecherin Ursula Reinke. Dem Mann werde in Deutschland noch immer die Ernährerrolle zugeschrieben, während die Frau für die Kinderbetreuung zuständig sei. Die skandinavischen Länder und Frankreich hätten dagegen ein anderes Frauenbild, einhergehend mit einer umfangreicheren Berufstätigkeit der Frauen und einer höheren Geburtenrate.
Hier sei die Politik gefordert, die Gesetze schaffen müsse, die ein neues Rollenbild fördern. Das viel diskutierte Betreuungsgeld und das Ehegattensplitting seien kontraproduktiv, so die einhellige Meinung der SoVD-Mitglieder.
Diskutiert wurde auch über die teils sehr hohen Kita-Kosten. Es lohne sich für viele Frauen kaum, in den Beruf zurückzukehren. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum Schule umsonst sei, die Betreuung von kleinen Kindern aber nicht.
Der SoVD Stade plädiert außerdem dafür, dass die Lehrer in den Schulen bei der Wahl eines Praktikumsplatzes verstärkt auf die Mädchen einwirken sollen, sich über ein große Bandbreite von Berufen zu informieren.
Nach wie vor ergriffen Mädchen nämlich meist Berufe, die schlechter bezahlt seien (Friseurin, Verkäuferin, Erzieherin, Arzthelferin, Krankenschwester) als die typischen "Männerberufe" (Ingenieur, Arzt, Techniker).
Vermisst wurden beim Aktionstag übrigens die jungen Frauen, die das Thema ungleiche Bezahlung direkt betrifft.
Das Datum des "Equal Pay Day" (21. März) ist nicht zufällig gewählt. Der Termin markiert den Zeitraum, den Frauen in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu kommen.