Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Zeichen gegen die Vergänglichkeit in Stade

Am restaurierten Grabkreuz: Friedhofsverwalter Helmut Engelbrecht

Blickfang am Totensonntag: Zwei edle eiserne Kreuze auf dem Horst-Friedhof

tp. Stade. Allerorten besuchen Hinterbliebene am Ewigkeitssonntag, 26. November, die Friedhöfe, um geliebten Verstorbenen zu gedenken. Pünktlich zu den stillen Tagen präsentiert der historische Horst-Friedhof in Stade zwei frisch restaurierte eiserne Grabkreuze aus dem 19. Jahrhundert.

Stolz zeigt der engagierte langjährige Friedhofsverwalter Helmut Engelbrecht (61) auf die hochwertien, schwarz lackierten Kruzifixe aus Gusseisen. Die erhabene Inschrift weist auf Prominente der Stader Domeier-Dynastie hin, die beide 1847 verstarben: Vater Carl Gabriel Domeier erlebte die Franzosenzeit und das neu entstandene Königreich Hannover. Ab 1792 war er Rechtsanwalt in Stade. Zudem bekleidete er öffentliche Ämter: Unter anderem war er von 1810 bis 1813 "Maire", eine Art Bürgermeister, in den Bezirken Stade und Himmelpforten. Sein Sohn Ferdinand Böries Domeier war Anwalt und Notar. Ein dazwischen platzierter Grabstein für Professor William Domeier erinnert an Großneffen von Carl Gabriel Domeier.

Die aufwändige, 7.000 Euro teure, Instandsetzung der Kreuze zahlte die Siegel-Stiftung, die der Hamburger Arzt im Ruhestand, Dr. Arnd Siegel (80), im Jahr 2013 gemeinsam mit den Stader evangelischen Kirchen gegründete. Kulturfreund Siegel ist Liebhaber des idyllischen Horst-Friedhofes, auf dem auch seine Vorfahren die letzte Ruhe fanden. Die Instandsetzung der Eisenkreuze samt Sockel, die mehrere Monate dauerte, lag in den Händen des Restaurators Tobias Jung aus Sachsen-Anhalt.

Das Domeier'sche Familiengrab liegt am Ende einer stetig wachsenden Zeile kostbarer, aus Stiftungsmitteln restaurierten Grabmale. Die besondere Meile der besonderen Grabmälern beginnt am alten Haupteingang an der Horststraße. Zu der wachsenden Sammlung gehört auch der älteste Grabstein des Horst-Friedhofes aus dem Jahr 1790. Er wurde ein Jahr nach der Eröffnung der Anlage aufgestellt und erinnert an den 19-fachen Familienvater Nic Holthusen (59†), der elf seiner Kinder überlebte.

Also: "Augen auf" beim Gang über den Friedhof - nicht nur am Totensonntag. Die Grabsteine erzählen viele große und kleine Geschichten und sind somit aktuelle Zeichen gegen die Vergänglichkeit.