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Ziel erreicht: Das Museumsdorf in Bliedersdorf ist jetzt komplett

Rainer Kröger hat vor 18 Jahren den Verein "Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf" gegründet. Jetzt ist das Museumsdorf komplett. Zuletzt dazu gekommen ist der Feldsteinkeller neben dem Hallenhaus
 
Besucher des Museumsdorfes können sich jetzt auch einen historischen Feldsteinkeller ansehen
lt. Bliedersdorf. Als Rainer Kröger (76) im Jahr 2000 den Verein "Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf" gründete, um auf einem ca. 9.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Dohrenstraße ein Museumsdorf zu errichten, hielten ihnen wohl nicht wenige Dorfbewohner für verrückt. Und obwohl der konfliktfreudige Vereinsvorsitzende und Ex-Ratsherr noch immer hier und da aneckt, hat er es allen Kritikern gezeigt.
"Ich habe in knapp 20 Jahren alles erreicht, was ich wollte", sagt Kröger beim Ortstermin im Museumsdorf stolz. Das Dorf sei nun vollständig und anstatt noch etwas Neues zu bauen gehe es nun "nur noch" um das Erhalten und Verwalten der bestehenden Gebäude. Krögers Ziel: In zwei Jahren sein Amt als Vorsitzender aufzugeben und in Ruhe auf dem Gelände ein Bier trinken zu können, ohne sich um Vereinsangelegenheiten kümmern zu müssen.
Zuletzt haben die Vereinsmitglieder einen Feldsteinkeller aus dem Jahre 1826 wieder aufgebaut. Er stammt aus einem Fachwerkhaus aus Hedendorf, das inzwischen abgerissen ist. Für den Wiederaufbau eingesetzt hat sich Timm Kopke aus Apensen, dessen Tante das Haus bewohnte und der während seiner Kindheit gerne in dem historischen Keller spielte.
Tragisch: Der junge Mann erlag mit nur 21 Jahren einer Krebserkrankung, besuchte aber wenige Tage vor seinem Tod noch einmal das Museumsdorf, um seinen damals halbfertigen Keller zu sehen. Eine Widmung über dem Eingang der Kellertreppe erinnert an Timm.
"Die Geschichte hat uns alle sehr bewegt", sagt Rainer Kröger. Umso froher sei er, dass der historische Keller nicht auch der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist, sondern für weitere Generationen erhalten und betretbar bleibt.
Und genau das sei auch immer das Ziel des Vereins gewesen, betont der Vorsitzende. Ein lebendiges Museum zu haben, in dem Besucher jeden Alters einen Blick in die Vergangenheit werfen können.
Krögers Faible für Historisches zeigt sich auch bei ihm Zuhause. Zusammen mit seiner Frau Karin, die er schon als Teenager im Hamburg beim Tanzen kennenlernte, lebt er seit Mitte der 1990er Jahre in einem schmucken Fachwerkhaus in Bliedersdorf aus dem Jahr 1823.
"Wir haben uns damals bestimmt 20 Häuser angeguckt, aber als ich das kaputte Ding sah, wusste ich sofort: Das ist es", erinnert sich Kröger. Innerhalb eines Jahres schaffte er es, das historische Haus wieder neu aufzubauen. Hilfe bekam er dabei u.a. auch von seinem Vereinsvorstandskollegen und dem Architekten Jens Wilke.
Bevor Kröger nach Bliedersdorf kam, lebte der Schiffsingenieur übrigens auch recht rustikal in Nordfriesland auf einer Warft in prominenter Nachbarschaft von Schauspieler Hansjörg Felmy (†), der vor allem durch seine Rolle als Tatort-Kommissar Heinz Haferkamp bekannt ist.

Zum Museumsdorf in Bliedersdorf gehören:
• Ein vom Hof Tamcke aus Dollern stammendes ca. 150 Jahre altes Backhaus, in dem Vereinsmitglieder regelmäßig Brot, Kuchen und Pizza backen und sogar Spanferkel zubereiten.
• Ein aus Helmste stammender Schafstall in Fachwerk und Reeteindeckung aus dem Jahr 1780, in dem das ländliche Alltagsleben vergangener Jahrhunderte anhand von original erhaltenen Geräten und Werkzeugen dokumentiert ist.
• Eine ca. 260 Jahre alte Durchfahrtsscheune.
• Ein ca. 160 Jahre altes historisches Fachwerkhaus aus Rahmstorf (Landkreis Harburg).
• Ein Niederdeutsches Hallenhaus aus Hagen-Börsten (Landkreis Cuxhaven) aus dem Jahr 1635.
• Ein Hochleistungs-Horizontalgatter Typ "Roland" (Kleinsägewerk) aus Himmelpforten.
• Eine Wagenremise.
Außerdem hat der Verein "Bäuerliches Hauswesen" den historischen Bliedersdorfer Dorfbrunnen in der Ortsmitte wieder aufgebaut.
www.bhbev.de