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Zu eng für die dicken Dinger

Immer mehr breite Stadtgeländewagen: Parkplatz-Betreiber lenken langsam ein

tp. Landkreis. Autos werden immer breiter: Der Trend, der im Jahr 2015 mit 600.000 neuen Stadtgeländewagen SUV einen Höhepunkt erreichte, stellt Verkehrsplaner vor Herausforderungen: Viele Parkplätze und Parkhäuser sind zu eng für die "dicken Dinger". Wie reagieren die Betreiber der Parkplätze und -garagen auf die Anforderungen, die die "Vorstadtpanzer", die in Deutschland mehr als 20 Prozent der Neuzulassungen ausmachen, aber auch die vielen Familien-Vans an die Anlagen stellen?

"Zu träge", meint Autofahrer-Lobbyist Pascal Kasch (45) vom Autoclub Europa (ACE) Stade: "Gebaut wurde auch in jüngerer Zeit noch wie in den 1970er Jahren, obwohl die Autos 30 bis 40 Zentimeter breiter geworden sind." Selbst der Kleinwagen VW-Golf sei stetig gewachsen. Beim großen ACE-Parkplatz-Check vor zwei Jahren sei ihm erstmals ein Umdenken aufgefallen: "In Hamburg gab es die ersten Parkhäuser mit XXL-Parklücken."

Inzwischen reagieren die Städte im Hamburger Speckgürtel bei bei Neubauten auf den Trend: Im modernen Parkhaus Süd in Buchholz sind die Stellplätze 2,50 Meter breit. Das Maß gilt auch für eine eventuelle Erweiterung der Garage.

Das künftige Parkhaus am Pferdemarkt in Stade entspricht laut Stadtbaurat Lars Kolk dem ADAC-Standard von 2,50 Metern hinsichtlich der Breite der vorgesehenen 600 Stellplätze und der Fahrbahn. In Stade ist allerdings nicht vorgesehen, die bestehenden 2.061 Parkplätze sukzessive zu verbreitern - auch nicht bei der bevorstehenden Sanierung des Oberdecks der Parkpalette am Bahnhof.

Die Stadt Winsen biete Pendlern bei dem Parkhausneubau am Bahnhof 2,50 Meter breite Stellplätze an. Dieses Maß liege über den Richtlinien der niedersächsischen Garagen-Verordnung, die ein Minimum von 2,30 Metern vorschreibe, sagt Andreas Mayer, Geschäftsbereichsleiter Bauen und Umwelt. "Zudem haben wir eine Schrägaufstellung von 45 Grad gewählt, wodurch leichter ein- und ausgeparkt werden kann."

2,50 Meter breit haben auch die Elbe-Kliniken in Stade und Buxtehude weitsichtig ihre Besucher-Parkplätze in den Krankenhaus-Parkhäusern angelegt.

Auch private Betreiber passen ihre Anlagen an: Das neue Parkhaus des Kaufhauses Stackmann in Buxtehude wurde gleich großzügig geplant, sodass Pkw-Fahrer dort räumlichen Komfort genießen. Bei Edeka-Neukauf Kröger in Winsen hingegen muss man nachbessern: Derzeit baut das Unternehmen seine erst wenige Jahre alte Kunden-Tiefgarage um.

Die Fahrzeughersteller lenken ein und präsentierten auf dem Autosalon in Genf die ersten auf Kompaktmaß geschrumpften Soft-Geländewagen. Auch der Stader Stadtbaurat Lars Kolk rechnet mittelfristig nur noch mit einem gleichbleibenden Bedarf an breiten Stellflächen und auf längere Sicht sogar wieder mit einer Abnahme: Schließlich stünden Hersteller mit den neuen, eher kleinen Elektro-Autos in den Startlöchern.