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Zu groß für jede Bratpfanne

Hannelore Junge und Klaus Ahlf entdeckten den Pilzgiganten in einem Gebüsch

Naturfreunde entdecken Pilz-Giganten im Unterholz / Riesenporling mit 50 Zentimetern Hutbreite ist noch um Wachstum

tp. Stade. "Was für ein Oschi!" Naturfreundin Hannelore Junge (66) aus Stade rieb sich vor Verblüffung die Augen, als sie im Gebüsch einen Riesenpilz entdeckte und rief schnell ihren Lebensgefährten Klaus Ahlf (70) herbei, der seinen Zollstock an den Hut des botanischen Monsters legte. Angesichts des Durchmessers von einem halben Meter verfiel auch er ins Staunen: "Meine Güte, das ist ja ein Mutant - ein wahrer Atompilz."

Der Jumbo-Pilz wächst an einem morschen Baumstamm im Schatten alter Eichen und Buchen am Rand eines Landschaftsschutzgebietes im Stader Ortsteil Riensförde und erinnert an einen überdimensionalen Pfifferling. Hannelore Junge und Klaus Ahlf kennen zwar gängige Sorten wie Champignons, Steinpilze und Co., einen XXL-Pilz dieser Art haben sie aber noch nie gesehen. "Wenn der essbar ist, können wir die gesamte Nachbarschaft zum Pilzschmaus einladen", sagen die beiden.

Doch daraus wird nichts: Laut dem Pilzexperten Werner Fiebig aus Buxtehude handelt es sich bei dem Pilz, der längst jedes Bratpfannen-Maß gesprengt hat, um einen Riesenporling, der zwar ungiftig und auf einer sehr frühen Wachstumsstufe genießbar ist. In diesem Stadium jedoch ist er bereits zäh und holzig und schmeckt säuerlich bis bitter. Überdies trüben "Untermieter" die Gaumenfreude: Im Stiel des Goliat aus dem Unterholz hat sich bereits eine Kolonie Kellerasseln eingenistet.

Riesenporlinge sind die größten Pilze Mitteleuropas. Aus ihrem armdicken Strunk entspringt meistens ein mehrschichtiger Fruchtkörper aus sich überlappenden zungen- bis fächerförmigen Hüten. Riesenporlinge werden in Ausnahmefällen mehr als einen Meter breit und bis zu 70 Kilo schwer. Der von Hannelore Junge und Klaus Ahlf entdeckte Pilzgigant wird also voraussichtlich noch weiter wuchern.