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Zwischen Entspannung und Generve

Genervt von lauter, eintöniger und schräger Straßenmusik: Goldschmiedemeister Klaus Jarck vom Juweliergeschäft Hahn an der Hökerstraße

Geschäftsinhaber stört sich an monotoner Straßenmusik / Vorwurf: Verwaltung greift nicht durch

tp. Stade. Goldschmiedemeister Klaus Jarck (46), Chef des Fachgeschäfts Juwelier Hahn in Stade, hält sich genervt die Ohren zu. Grund ist Straßenmusik, die in seinen Laden an der Hökerstraße dringt und das Verkaufsgespräch stört. Jarck klagt: "Tagtäglich werden wir Geschäftsleute in der Stader Innenstadt von Straßenmusikanten malträtiert." Er hält die von der Stadtverwaltung aufgestellten Verhaltensregeln für Freiluft-Musikanten für zu lasch.

Geschäftsmann Jarck meint: "Sicherlich ist etwas Musik schön und kann auch das Leben versüßen, aber jeden Tag die gleichen drei Lieder aus der 'Quetschkommode' oder falsch spielende, übende Saxofonisten und obendrein noch ein Gitarrenspieler mit Verstärker rauben einem den letzten Nerv. Viele dieser nervtötenden Musiker kommt trotz ständiger Ermahnung der Stadt immer wieder."

Jarck gibt an, viele der Innenstadtkaufleute und zahlreiche Kunden seien seiner Meinung. Er fragt : "Gibt es Möglichkeiten und Gesetze, diese Leute aus der City fernzuhalten?"

Auf Anfrage verweist Bürgermeisterin Silvia Nieber sachlich auf ein von der Verwaltung angefertigtes "Merkblatt für Straßenmusiker". In dem Schreiben werden die Straßenkünstler als willkommene Gäste begrüßt, die "zur Belebung der Innenstadt beitragen". Allerdings mahnt die Stadt, Regeln einzuhalten. Unter anderem sind Verstärker und Tonträger verboten, laute Instrumente wie Trommeln und Trompeten dürfen nur in einem Mindestabstand von fünf Metern zu Gebäuden erklingen. Musizieren ist nur werktags von 10 bis 18 Uhr erlaubt,. Nach spätestens 30 Minuten müssen die Musiker ihren Standort wechseln.

Doch nach Klaus Jarcks Beobachtungen halten sich längst nicht alle Straßenmusikanten an die Vorschriften, mit denen sich die Stadt ohnehin nur "aus der Verantwortung stiehlt". Überdies hält der die Kontrollen des Ordnungsamtes für wirkungslos.

Einer, der sich an fast alle Regeln hält, ist Gitarrist Ewgenij Kekhter (48), ein aus Sibirien stammender Gitarrist. Im Winter wie im Sommer musiziert er auf den Plätzen und in den Gassen der Altstadt, zieht brav von Ecke zu Ecke. Allerdings ist sein Instrument an einen Verstärker angeschlossen. Nur so komme sein schwebender, auf Entspannung abzielender elektrisch erzeugter Instrumental-Sound zur Geltung, sagt der studierte Musiker. Und: "Wenn mich ein Geschäftsinhaber darum bittet, packe ich sofort meine Sachen."

Ewgenij Kekhter kommt nach eigenen Angaben gut mit den Orndnungsamtsmitarbeitern aus und legt einen Gewerbeschein vor. Es gibt übrigens nicht nur Kritiker. Ewgenij Kekhters erzielt mit seinen selbst produzierten CDs zum Straßenpreis von zehn Euro einen guten Absatz.