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1.019 Unterschriften gegen die Schwimm-Hotels

Unterschriftenübergabe im Rathaus: "Wasservillen"-Gegner Reinhard Pohl mit Bürgermeisterin Silvia Nieber

Gegner der Wasservillen überreicht Liste an Bürgermeisterin

tp. Stade. Aktivist Reinhard Pohl (62), der sich vehement gegen das extravagante, im Landkreis einmalige Tourismusprojekt "Wasservillen" auf dem historischen Burggraben in Stade wehrt, hat eine Liste mit 1.019 Unterschriften an Bürgermeisterin Silvia Nieber überreicht. Beim Termin im Rathaus am vergangenen Mittwoch sagte Pohl: "Ich hoffe, dass das Thema nun dauerhaft vom Tisch ist."
Wie berichtet, hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung noch im Sommer den Standort in der Nähe des "Stadeum", des Einkaufsmarktes "Kaufland" und der Jugendherberge empfohlen. Dort wollte der Investor, Internet-Unternehmer Markus Albrecht, mit Partnern moderne schwimmende Urlauber-Domizile mit geschätzten 40 Wohneinheiten, Serviceeinrichtungen, Pkw-Stellplätzen und Gaststätten errichten. Doch Burggraben-Anwohner Pohl warnte vor drastischem Platzmangel, Lärmbelästigung durch Verkehr, Zerstörung des Stadtbildes und Schädigung der Brutzone von Fischen und Amphibien. Mit einer stetig wachsenden Zahl von privaten Mitstreitern ging er von Tür zu Tür und sammelte Unterschriften gegen das "Klein-Venedig" im Norden. Laut Pohl unterstützen neben dem Stader Anglerverein mehrere Unternehmer in Stade die Protestaktion, indem sie die Unterschriftenlisten in ihren Geschäften auslegten.
Unter dem Druck der Öffentlichkeit nahm Investor Albrecht bereits vor einigen Wochen Abstand vom Standort Burggraben. Und Bürgermeisterin Silvia Nieber, die anfangs von dem Vorhaben angetan war, versicherte, dass dort während ihrer Amtszeit bis 2019 kein Komplex mit Hausboot-Hotels realisiert werde.
Gegner Reinhard Pohl ist zufrieden mit dem Ergebnis seiner Anstrengungen, warnt aber: "Sollten die 'Wasservillen' auf dem Burggraben eines Tages wieder auf den Tisch kommen, wird mein Widerstand größer. Dann schalte ich überregionale Medien ein und organisiere einen Protestmarsch."
Zwischenzeitlich hat Investor Albrecht erneut den ursprünglich favorisierten Standort am Holzhafen in Stade angepeilt. Doch dort stört starke Verschlickung das Bauvorhaben. An einer möglichen Entschlickung will sich die Stadt finanziell nicht beteiligen.