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130 Kita-Plätze im Altländer Viertel fehlen: Stade muss kreativ werden

Kinder sollten eine Kita besuchen, findet Bürgermeisterin Silvia Nieber (Foto: Fotolia/Gennadiy Poznyakov)
Plätze im Altländer Viertel reichen nicht / 130 Kinder ohne Betreuung?

bc. Stade. Die Hansestadt Stade investiert in den kommenden Jahren unwahrscheinlich viel Geld in Bildungseinrichtungen. Und trotzdem tauchen immer wieder Probleme auf. Im Altländer Viertel sieht es so aus, als ob bei Weitem nicht alle Kinder einen Platz in einer Kita im Quartier bekommen werden. Stand jetzt fehlen 130 Plätze. Was nun, Frau Bürgermeisterin?
Auf Nachfrage bei Silvia Nieber (SPD) ist diese bei der Bewertung der aktuellen Situation vorsichtig: "Ja, es gibt möglicherweise eine höhere Nachfrage als wir an Angebot vorhalten. Momentan kann ich nicht garantieren, dass jedes Kind einen Kita-Platz im Viertel bekommen wird."
Vorsichtig zeigt sich Nieber vor allem aufgrund der Doppelmeldungen. Es ist durchaus üblich, dass Eltern ihre Kinder an mehreren Kitas anmelden, um auf Nummer sicher zu gehen. Endgültige Gewissheit, wieviele Kinder im Viertel leer ausgehen werden, gibt es wohl erst im Mai, wenn die einzelnen Kitas die Plätze vergeben. "Die Zahlen verändern sich laufend", erläutert Nieber.
Fakt ist aber auch, dass es nicht selten vorkommt, dass Eltern aus dem Multi-Kulti-Quartier Altländer Viertel ihre Kinder in gar keine Kita geben, sofern sie nicht den Platz vor Ort bekommen.
Auch wenn Silvia Nieber deutlich macht, dass es keinen Rechtsanspruch auf die "Wunsch-Kita" gebe, hat sie das Verteilungsproblem erkannt. "Wir brauchen kreative Lösungen, um das Problem aufzulösen. Kinder sollten eine Kita besuchen. Es ist wichtig, Plan B in der Schublade zu haben", so Nieber.
Sofern das Angebot nicht ausreichen sollte, will sie mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten, die ein Betreuungsangebot für fünfjährige Kinder am Nachmittag im Stadtteilzentrum vorhalten sollen. Darüber hinaus werden laut Nieber - voraussichtlich in 2019 - 40 weitere Plätze in zwei altersübergreifenden Gruppen bei der evangelischen Kindertagesstätte St. Georg im ehemaligen Familienzentrum entstehen.
Und was ist mit einer neuen stadteigenen Kita? Aktuell verfügt Stade über elf eigene Kitas. 17 weitere in Trägerschaft kommen dazu. Nieber: "Ja, wir haben in Erwägung gezogen, im Rahmen der Städtebauförderung eine neue Kita im Viertel zu bauen." Aber: Aktuell liegen die Pläne wieder auf Eis. Das Problem sei der Personalengpass, so Nieber.
"In unseren elf stadteigenen Kitas beschäftigen wir 133 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Dabei fehlen uns jetzt schon 16 Erzieherinnen, um alle Planstellen besetzen zu können", erklärt Nieber. Bei der jetzigen Konstellation sei es wenig sinnvoll, noch eine weitere Kita zu bauen. Nieber: "Wir finden derzeit das Personal einfach nicht."
Was die konkrete Situation im Altländer Viertel angeht, wird sich die Größe des Problems endgültig erst im Mai zeigen.

Kita-Plätze: So viele gibt es

(bc).
Im Altländer Viertel stehen derzeit rund 160 Plätze zur Verfügung, 120 in städtischen Einrichtungen und 40 in der Kita St. Georg. Davon sind insgesamt 30 Krippen-, 111 Elementar- und 19-Hortplätze. Im gesamten Stadtgebiet sind es 1.894 Plätze in Kindertagesstätten, davon 882 in städtischen Einrichtungen.