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170.000 Euro für zwei Festivals in Stade

Viele Junge Leute beim "Müssen Alle Mit Festival" 2013 im Bürgerpark (Foto: archiv)

Erster Stadtrat: "Wir erwarten eine schwarze Null" / Kühl kalkuliert oder riskant?

tp. Stade. Insgesamt 170.000 Euro Haushaltsmittel will die Stadt Stade für zwei Musik-Events im Jahr 2016 bereitstellen. Sie fungiert erstmals als Veranstalter für das "Hanse Song"-Festival im April in Altstadtgebäuden und "Müssen alle Mit"-Festival im August im Bürgerpark. Kritiker wittern bei den kürzlich im Kulturausschuss auf den Weg gebrachten Projekten, die angesichts der Kosten wohl nur wenige private Veranstalter anpacken würden, einen zu sorglosen Umgang mit Steuergeldern. Das WOCHENBLATT hakt bei dem Ersten Stadtrat Dirk Karska nach: "Aufgrund der Erfahrungswerte der letzten Jahre ist eine schwarze Null mehr als realistisch."

Beide Festivals, die bislang von der Hamburger Plattenfirma "Tapete Records" veranstaltet wurden, seien "immer finanziell im positiven Bereich gelandet", so Kraska. Die Befürchtung eines laxen Umgangs mit Steuergeldern sieht er "als unbegründet an". Die Stadt, die erstmals die Veranstalter-Rolle übernimmt, hat sich von dem Ex- "Tapete"-Mitarbeiter Sebastian Tim Unterstützung geholt. Er wirkt als freier städtischer Mitarbeiter bei der Planung mit.

Wer verdient wie viel durch Ticketverkäufe und Standgebühren etc. an dem Festival? Hier bittet Dirk Kraska "um Verständnis dafür, dass wir Ihnen die gesamte Kalkulation nicht zukommen lassen können".

Die vergangenen Festivals habe "Tapete Records" als Privatunternehmen auf eigenes Risiko durchgeführt. Sie waren demnach nicht ausschreibungspflichtig. Auch andere Veranstalter dürften solche Events in Stade planen und die entsprechenden Genehmigungen beantragen.

Um die bisherigen Zuschauerzahlen von rund 650 bzw. 2.000 zu erreichen, setzt die Stadt auch 2016 auf die bewährten Stilrichtungen "Indie" und "Singer/Songwriter". Andere Musikrichtungen wie Punk und Metal hält Kraska als "nicht Festival-geeignet für Stade". Der Erste Stadtrat führt dazu diverse Konzerte im städtischen Kulturzentrum "Alter Schlachthof" an, die auf verhaltene Publikumsresonanz stießen.

• In Erinnerung an die Ex-Punk- und Metal-Disco „Mülltonne“ führt die Stadt am Ersten Weihnachtstag, Freitag, 25. Dezember, im "Schlachthof" eine „Welcome Home Party“ durch.