Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Abfuhr für Sonntagsflohmarkt

Jens Hansen, seit Jahrzehten im gewerblich Flohmarktgeschäft tätig, bekommt in Stade keine Genehmigung für Sonntagsmärkte (Foto: oh)

Keine Sondergenehmigung für Veranstalter: Stadt beruft sich auf Feiertagsgesetz

tp. Stade. Flohmarkt-Veranstalter Jens-Detlef Hansen aus Winsen im Landkreis Harburg kämpft im gesamten Süden der Elbe für die Veranstaltung von Märkten an Sonntagen. Bei den meisten Kommunalverwaltungen beißt er auf Granit - so auch in Stade. Das Ordnungsamt erteile seinem Antrag auf jährlich sechs Sonntagsflohmärkte auf dem Marktkauf-Gelände eine Abfuhr. Das Amt beruft sich auf das Feiertagsgesetz.

Auf die aus seiner Sicht rigide Haltung der Stadt Stade reagiert Hansen, der seit 1986 gewerblicher Flohmarkt-Veranstalter ist, mit Kopfschütteln. Denn andernorts, etwa in der Region Hannover/Braunschweig würden "viele Dutzende Sonntagsflohmärkte im Jahr" genehmigt, so Hansen. In seiner Heimatstadt Winsen erhielt er nach langem Tauziehen mit der Verwaltung die Ausnahmegenehmigung für einige Sonntagsbasare im Jahr.

Doch das Stader Ordnungsamt bleibt hart: Laut Niedersächsischem Feiertagsgesetz widersprächen Sonntagsflohmärkte "dem Wesen der Sonntage", da sie eine "typisch werktätige" Aktivität darstellten, heißt es von der Behörde. Grund zu einer Ausnahme, die der Gesetzgeber bei besonderen Anlässen wie einem Stadtfest, bei hohem kulturellen Niveau oder herausragendem Sortiment des Marktes erlaubt, sieht das Amt bei den von Hansen in Stade geplanten Märkten nicht. Ihnen fehle der Freizeit-Charakter.

Andere Sonntagsflohmärkte in Stade nimmt das Amt in Schutz: Etwa den von der Arbeitsgemeinschaft "Stade aktuell" organisierten volksfest-ähnlichen, traditionellen Frühjahrs- und Trödelmarkt mit Schaustellergeschäften oder den von einem Verein veranstalteten Flohmarkt in der Festung Grauerort mit Betrieb der Museumsbahn.

Hansen, der Erfahrung aus über 900 Märkten mitbringt, sieht in der Haltung der Behörde "eine grobe Ungleichbehandlung". Zudem ist für ihn das Feiertagsgesetz nicht mehr zeitgemäß. "Denn", so Hansen, "die Leute wollen diese Märkte." Er beteuert: "Ich habe nie Probleme mit Anliegern gehabt und es gibt keinen Alkoholausschank."

Der Landkreis Stade und das Land Niedersachsen teilen die Auffassung der Stadt Stade.