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Antrag auf Abschaffung des Gutschein-Systems

SPD und Grüne fordern Bargeld für Asylbewerber.

Der Landkreis Stade soll die Ausgabe von Wertgutscheinen an Asylbewerber zum 1. Mai einstellen und stattdessen Bargeld auszahlen. Das fordern die Kreistagsfraktionen von SPD und Grünen. Ein entsprechender Antrag sei gestellt worden, teilten beide Parteien jetzt in einer gemeinsamen Erklärung mit. Das Gutschein-System sei diskriminierend. Es bedeute für die Betroffenen Bevormundung, Demütigung und Stigmatisierung. Das sei "in unserem weltoffenen Landkreis Stade nicht hinnehmbar", heißt es in dem Papier.
Darin wird auf die Erfahrungen von Flüchtlingen beim Einkauf verwiesen. Immer wieder werde von Anfeindungen und ausländerfeindlichen Bemerkungen berichtet, wenn jemand an der Kasse die Gutscheine vorlege. Oft sei auch strittig, für welche Artikel die Wertbons eingelöst werden dürfen.
Das WOCHENBLATT berichtete kürzlich, dass der Landkreis dem Groß-Konzern Sodexo jährlich 10.000 Euro an Gebühren für das Gutschein-System zahlt. Diese Ausgaben werden von SPD und Grünen heftig kritisiert. "Diese Kosten könnten eingespart und beispielsweise für Integrationsmaßnahmen eingesetzt werden", erklärten Hans-Joachim Raydt (Grüne) und Hans-Uwe Hansen (SPD). Nach Jahren einer sehr restriktiven Asylpolitik sei es an der Zeit, ein Zeichen zu setzen und die diskriminierende Gutschein-Praxis schnellstmöglich zu beenden.

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