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Bekenntnis zur Küstenautobahn im Stader Kreistag

A20-Befürworter Kai Seefried (CDU)

Breite Mehrheit für A20 / Grüne warnen: "Nur wenige profitieren von dieser Transitstrecke"

tp. Stade. Mit breiter Mehrheit bekannte sich der Stader Kreistag auf seiner Sitzung am Montag zum geplanten Bau der Küstenautobahn A20, die über die Stader Geest führen und mit einem neuen Tunnel bei Drochtersen im Land Kehdingen die Elbe queren soll. Einzig die Grünen fordern in einem Antrag, dass der Landkreis Bundes- und Landesregierung zum Einstellen des aus ihrer Sicht umweltschädlichen und überteuerten Millionenprojektes auffordern sollte. Der Antrag wurde abgeschmettert.

Die Grünen begründen ihre Haltung gegen die A20 mit der negativen Stellungnahme des Umweltbundesamtes zum Bundesverkehrswegeplan 2030 (das WOCHENBLATT berichtete). Die Behörde fordert darin u.a., die A20 von Hohenfelde in Schleswig-Holstein nach Westerstede in Niedersachsen samt Tunnel aus Kosten- und Naturschutzgründen von den vordringlichen Projekten zu streichen.

Autobahnbefürworter Kai Seefried, CDU-Kreistags- und Landtagsabgeordneter aus Drochtersen, sagt: „Die Grünen haben mit diesem Antrag ihr wahres Gesicht gezeigt. Ich hoffe, dass jeder versteht, wer die Verhinderer der Autobahnen sind. Die Menschen in der Region fragen sich zu Recht, warum die Realisierung der A20 noch nicht stattgefunden hat.“ Seefried sieht in der A20 mit Elbtunnel und Autobahnkreuz bei Drochtersen mit der Verbindung über die A26 nach Hamburg "eine riesige Zukunftschance". Die Verkehrsanbindung bringe die Region "in die Mitte Europas".

Grünen Fraktionschef Ulrich Hemke sieht das anders: "Quasi religiös wird seit mehr als 50 Jahren von dieser Autobahn das Heil für diese Region erwartet. Das wird nicht eintreffen - nur wenige profitieren von dieser Transitautobahn, die meisten verlieren, z.B. landwirtschaftliche Betriebe und die Elbfähre." Das Geld für dieses Projekt fehle an anderer wichtigerer Stelle. Die breite Mehrheit meine, sich um Erkenntnisse und Erfordernisse des Natur-, Umwelt- und des Klimaschutzes herumdrücken zu können, so Hemke: "Das ist verfehlt."

Für den Koordinationskreis der Initiativen gegen die A20 ergänzt Sprecherin Susanne Grube: "Wir bedauern die Ablehnung des Antrags zur A20 durch den Kreistag. Die Autobahn einschließlich Tunnel ist so unsicher wie der Boden, auf dem sie gebaut werden soll. Der Kreistag hätte gut daran getan, dem Antrag der Grünen zu folgen."