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Bützflether klagen über Luftverpestung

bc. Stade-Bützfleth. Die Diskussion um die geplante Müllverbrennungsanlage in Stade-Bützfleth hält an. Jetzt hat sich die Wählergemeinschaft Bützfleth erneut in die Debatte eingemischt. Der befürchtete Mülltourismus (das WOCHENBLATT berichtete) sei nicht das entscheidende Probleme dieser Anlage. Vielmehr ist es die Luftverschmutzung, unter der die Bürger in dem Stader Ortsteil, der von Industrie dominiert ist, jetzt schon leiden.
Am sichtbarsten sei in Bützfleth bei entsprechenden Windlagen der rote Bauxitstaub durch den Betrieb des Werkes "Aluminium Oxid Stade" (AOS), sagt Dr. Jochen Witt, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft im Ortsrat. Der Staub werde über die Lunge aufgenommen, die Emissionen gehen ins Blut über. Hinzu kommen noch die staub-, dampf- und gasförmigen Emissionen aus der Herstellung von Flügeln für Windenergieanlagen.
"In dieser Produktionsanlage können die gasförmigen Emissionen nicht gefiltert werden", sagt Witt. Der Betrieb unterliege den "technischen Regelungen für krebserzeugende, erbgutverändernde und fruchtbarkeitsverändernde Substanzen“. Diesen Substanzen seien die Bützflether ausgesetzt.
Witt: "Unserer Auffassung nach sind die Schwermetallemissionen, organisch chemische Verbindungen und Stickoxide aus der Müllverbrennung der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt." Die Langzeitwirkungen von Feinstaub seien fatal. Anhand von Untersuchungen des Landes Nordrhein-Westfalen ergeben sich eindeutige Zusammenhänge zwischen einer Feinstaubbelastung und einem Anstieg der Sterblichkeit. Speziell durch Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen.
In Stade liegt die Krebsrate laut Witt zehn Prozent über dem Landesdurchschnitt und des Landkreises Stade: "Wir halten es für zwingend notwendig, zu prüfen, ob es innerhalb der Gesamtstadt Gebiete gibt, in denen wiederum eine erhöhte Krebssterblichkeit festgestellt werden kann." Der Rat der Stadt Stade müsse bei der Landesregierung zwecks Klärung vorstellig werden. Witt: "Bevor das nicht stattgefunden hat, halten wir die Inbetriebnahme einer Müllverbrennungsanlage für unzulässig."