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Burnout und Motorengeheul in Stade

Fühlt sich durch Autorennen im Bahnhofs-Parkhaus gestört: Uri Sokiranski

"Parkhaus am Bahnhof ist eine Rennstrecke": Anwohner Uri Sokiranski mahnt Behörden zum Einschreiten

tp. Stade.Genervt von angeblichen nächtlichen Autorennen in der städtischen Parkgarage am Bahnhof in Stade ist Uri Sokiranski (49). Der Anwohner, der in einem Mietshaus jenseits der Gleise wohnt, berichtet von beinahe täglichen Vorfällen, bei denen Gruppen junger Männer - meistens am späten Abend - mit ihren getunten Autos durch die Parkpalette rasen. Uri Sokiranski beklagt Ruhestörung, warnt vor Unfallgefahr und mahnt die Ordnungsbehörden zum Einschreiten.

"Manchmal bekomme ich nachts wegen des Lärms stundenlang kein Auge zu", berichtet Uri Sokiranski, der als Kranführer bei Airbus im Schichtbetrieb arbeitet. Nach seiner Beobachtung treffen sich in der Parkpalette seit Jahren größere Gruppen von Autofahrern mit bis zu zehn Fahrzeugen, um die Rampen des Parkhauses hinauf und hinunter zu rasen. Der Anwohner hat von den extremen Kavalierstarts mit durchdrehenden Reifen, sogenannte "Burnouts", Motorengeheul, Abgasgestank und dem lautstarken Applaus der Zuschauer der offenbar illegalen Rennen bis spät nach Mitternacht die Nase voll.

Nach eigenem Bekunden hat er in den vergangenen vier Jahren öfter die Polizei gerufen, doch nur selten sei ein Streifenwagen ausgerückt. Zudem habe er persönlich bei der Polizei und beim Ordnungsamt der Stadt vorgesprochen. "Ohne Erfolg", so Sokiranski. Auch die ehrenamtlichen "Bürger im Dienst" des Ordnungsamtes könnten nur wenig ausrichten. Die Raser-Treffen fänden außerhalb der Einsatzzeiten der Freiwilligen-Streife statt, so Sokiranski.
Bei der Polizei sieht man die Verantwortung hauptsächlich bei der Stadt als Eigentümerin der Parkpalette: "Die Polizei kann nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Beschwerden von Bürgern reagieren, etwa bei Ruhestörung", sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. "Es kann vorkommen, dass solche Einsätze nicht innerhalb von wenigen Minuten wahrgenommen werden. Leider haben wir nicht die personellen Ressourcen, um das Parkhaus ständig zu überwachen." Sicherheitsvorfälle durch Rennen im Parkhaus seien bisher nicht aktenkundig.

"Das Problem ist der Stadtverwaltung bekannt", sagt der Stadt-Pressesprecher Tjorven Plate. Daher seien bei der Sanierung der Parkpalette im vergangenen Jahr auf den oberen beiden Ebenen sogenannte Kölner Teller als Bremsschwellen eingebaut worden. "Es ist geplant, diese Teller auch in den anderen Ebenen einzubauen. Beschleunigungsrennen werden damit allerdings nicht verhindert." Die Stadt arbeite an einer weiteren Lösung, so Plate. Zu den Überlegungen gehöre auch, das Parkhaus mit Schranken zu versehen.