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Camper Höhe: "Zwei Herzen schlagen in meiner Brust"

Hier könnten schon bald Häuser stehen
bc. Stade. Was lange meist mehr hinter den Kulissen diskutiert wurde, ist jetzt öffentlich und amtlich geworden. Die großen Fraktionen im Stader Rat, CDU und SPD, sowie die Wählergemeinschaft (WG) mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Carsten Brokelmann, gleichzeitig auch Präsident des VfL Stade, wollen eine „hochwertige Wohnbebauung“ auf der altehrwürdigen Sportanlage Camper Höhe möglich machen (das WOCHENBLATT berichtete). Dafür soll die Verwaltung den Nutzungsvertrag mit dem VfL Stade (Laufzeit 25 Jahre) zum 31. Dezember 2020 kündigen. Für alte Güldensterner Fußball-Nostalgiker ist das ein Schlag ins Kontor.
Thomas Trabandt, vor der Fusion mit dem VfL letzter Präsident des TuS Güldenstern Stade, hat totales Verständnis, sofern sich alte Vereinsmitglieder enttäuscht bei ihm melden: „Ich habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt. Natürlich schlagen in dieser Sache auch zwei Herzen in meiner Brust“, räumt Trabandt ein. Nur zu gerne erinnert er sich an die Zeit zurück, wenn zu den Fußball-Derbys zwischen Güldenstern und dem VfL 2.000 Fans auf die Camper Höhe geströmt sind. Ältere Mitglieder berichten sogar von bis zu 5.000 Zuschauern.
Doch diese Ära sei endgültig vorbei. Trabandt ist nun Vize-Präsident des VfL Stade und Mitglied im Vorstand der Fußballabteilung des VfL Güldenstern Stade: „Ich richte den Blick in die Zukunft.“ Es sei jetzt eine einmalige Chance vorhanden, alle Fußballer im Verein - das sind im Jugend- und Seniorenbereich immerhin ca. 1.200 Mitglieder - an einem Standort in Ottenbeck zusammenzuführen. Derzeit trainieren einige Teams in Ottenbeck, andere auf der Camper Höhe. Trabandt: „Einige kennen sich untereinander gar nicht.“
Der Plan ist folgender: Mit der Vermarktung der Grundstücke auf der Camper Höhe soll die Stadt Geld einsammeln, um die Anlage in Ottenbeck bis zum Jahr 2020 so auszubauen, dass alle Sportler dort Platz haben. Auf der Camper Höhe, dessen Sanierung geschätzt drei Millionen Euro kosten soll und damit für alle Beteiligten zu teuer ist, soll künftig nur noch der Schulsport auf einem Kunstrasenplatz beheimatet sein.
Trabandt betont, dass die jetzige Entwicklung völlig unabhängig von der 2016 vollzogenen Fusion sei. Die Stadt als Eigentümer des Grund und Bodens habe sowohl mit Güldenstern als auch mit dem VfL vertraglich eine Ausstiegsklausel vereinbart gehabt, dass der Kontrakt aus städtebaulichen Gründen jederzeit gekündigt werden konnte. „Die Zukunft der Camper Höhe lag eh nicht in der Hand des VfL.“ Carsten Brokelmann ergänzt gewohnt pragmatisch: „Es ist cleverer, jetzt Veränderungen anzuschieben, als erst dann, wenn die Stadt uns rausschmeißt.“
In dieser Woche beschäftigt sich der Sport-Ausschuss des Stadtrates mit dem Thema. Mehr lesen Sie in Kürze in Ihrem WOCHENBLATT.