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Das Leid mit den Mülltonnen

Anwohner Wolfgang Dohm setzt sich für ältere Nachbarn ein, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. (Foto: bc)

Ärger im "Stockfeld": Sammelstelle für ältere Anwohner schwer erreichbar / Stadt bereitet Lösung vor

bc. Stade. Gesunde junge Leute können ihre Mülltonne schon mal ein paar Meter weit schieben. Ältere, mitunter gehbehinderte Menschen fällt das wesentlich schwerer. Im Stader Neubaugebiet "Stockfeld" im Altländer Viertel gibt es mit der Estebrügger und der Königreicher Straße zwei Straßen, die von Müllwagen nicht mehr angefahren werden.

"Das ist doch schizophren, dass eine neue Straße so angelegt wird, dass ein Müllfahrzeug dort nicht durchfahren kann", sagt Anwohnerin Monika Behrens (63). Sie und ihr Mann hätten im "Stockfeld" extra seniorengerecht gebaut - und dann das? "Uns fällt es zunehmend schwerer, die Tonne gut hundert Meter auf den Sammelplatz zu stellen", sagt die Frau.

Nachbarn hätten bereits junge Leute engagiert, die ihnen die Tonnen an die Straße stellen.
Wie mehrfach berichtet, sind viele Bürger im Landkreis vom Rückwärtsfahrverbot der Müllfahrzeuge betroffen. Jüngst empörten sich Anwohner in Dollern. Für die Müllentsorgung ist im Auftrag der Abfallwirtschaft des Landkreises die Karl Meyer Kommunalentsorgung in Wischhafen zuständig. Die beruft sich auf die Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaft. Im "Stockfeld" sind davon gut 20 Anwohner betroffen.

Dieser Fall ist ein wenig spezieller als anderswo. Bis vor zweieinhalb Jahren fuhren die Müllwagen in die Sackgassen hinein. Damals waren die Estebrügger und die Königreicher Straße nur provisorisch ausgebaut. Nachdem sie endgültig gepflastert wurden, geht das nun nicht mehr. Seitdem ist an der Zufahrt der Straßen ein Sammelplatz eingerichtet.

Wolfgang Dohm wohnt in der Estebrügger Straße. Er kämpft seit Anfang 2015 mit der Politik und den Behörden um eine Ausnahmegenehmigung. Erfolglos. Landrat Michael Roesberg lehnte eine alternative Regelung ab. "Dabei könnte man die beiden Wendekreise durch eine geringfügige Vergrößerung ohne großen Aufwand so anpassen, dass alles für eine korrekte Müllabholung erfüllt wäre", sagt Wolfgang Dohm.

Die Stadtverwaltung scheint die Sorgen der Anwohner jetzt aber ernst zu nehmen. Auf Einladung der Stadt fanden in der vergangenen Woche erneut Testfahrten statt. Allerdings mit negativem Ergebnis: "Wir haben nochmal Maß genommen. Die Wendehammer sind zu klein", bestätigt John Rolff, Betriebsleiter bei Karl Meyer.

Trotzdem könnte es eine Lösung geben. Weil an beiden Wendehammern noch jeweils ein Grundstück brach liegt, könnte die Stadt dort eine Teilfläche "abzwacken", um den Wendekreis zu vergrößern.

"Es gibt einen Entwurf für eine Vergrößerung der Wendehammer. Dafür müsste eine Laterne versetzt werden. Wir bemühen uns sehr, das Problem zu lösen", sagt Nils Jacobs, Fachbereichsleiter bei der Stadt. Eine endgültige Entscheidung, ob eine Vergrößerung möglich ist, sei aber noch nicht gefallen.

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