Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Die kulturelle Schatztruhe des Landes

Vor dem Naubau: Archiv-Chefin Dr. Gudrun Fiedler, Horst Schwarz (Mi.), Projektleiter staatliches Baumanagement, und Objektüberwacher Sebastian Grünebaum

Bau des Staatsarchivs in Stade schreitet voran: 20 dunkle Kammern für wertvolle Urkunden und Karten fertig

tp. Stade. Stolz blickt die Chefin des Staatsarchivs Stade, Dr. Gudrun Fiedler (57), auf den Magazin- und Verwaltungsneubau am Grabenweg in Stade: Der rund 22 Millionen Euro teure Prestigebau nimmt Form an. Zum Jahresbeginn 2014 soll die kulturelle Schatztruhe des Landes Niedersachsen termingerecht fertig sein.
Herzstück des neuen Archivs ist ein fünfstöckiges Magazin. Der kubische Bau beherbergt insgesamt 20 fensterlose Kammern, in der wertvolle Schriftstücke aus ganz Norddeutschland vor Sonnenlicht geschützt für die Nachwelt aufbewahrt werden. Dank energiesparender Passiv-Bauweise kann auf eine teure Klimaanlage verzichtet werden. Die Außenwände sind so konstruiert, dass im Inneren des Magazins konstant 18 Grad herrschen. Auf dem Fußoden sind bereits die Schienen für die Rollregale montiert.
Vom Magazingebäude führt ein langer Gang ("Magistrale") mit breiter Fensterfront in durch eine Schleuse in das ebenfalls quaderförmige Büro-, Werkstatt- und Technikgebäude. Dort gibt es einen großzügigen Eingangsbereich mit Säulen und Glasfassade und einen Lesesaal für die Öffentlichkeit. "Diesen Raum wollen wir künftig für Veranstaltungen zur Verfügung stellen", sagt Dr. Fiedler. Zu dem neuen Archiv-Gebäude gehört ein besonderer Quarantäne-Raum. Dort werden von Pilz befallene Akten von Schimmel befreit, ehe sie eingelagert werden dürfen.
Um größere Brandschäden zu verhindern, ist der Gebäudekomplex in mehrere Abschnitte gegliedert. Bei Feueralarm schließen Brandschutztore automatisch.
Bereits seit Monaten ist der Neubau im Stil des Verpackungskünstlers Christo unter blickdichter Plane verhüllt. "Der Vorhang fällt im Juli", sagt Archiv-Chefin Dr. Fiedler. Bis dahin sollen die Außenmauern fertig verklinkert sein. Zur Enthüllung ist eine kleine Inszenierung geplant.
• Auf insgesamt 50 Regal-Kilometern werden unter anderem eine kostbare handgezeichnete Landkarte des Elbe-Weser-Dreiecks, Baupläne des historischen Schlosses Agathenburg samt Gartenentwürfen, ein Original-Brief der schwedischen Königin Christine sowie Grundbuchakten aus Niedersachsen und Hamburg gelagert.
• Auf der Baustelle arbeiten rund 40 Mitarbeiter von 14 Firmen aus ganz Europa.
• Die elf Archivmitarbeiter stecken in der heißen Phase vor dem Umzug. Im Altbau am Platz "Am Sande" verpacken sie Dokumente fachgerecht für den Transport.