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"Die vergessenen Flüchtlinge von Stade?"

bc. Stade. Zwölf von der Hansestadt Stade im Zuge der Flüchtlingsunterbringung angemietete Wohnungen stehen aktuell leer, warum wohnen trotzdem noch mehr als 40 unbegleitete minderjährige Asylbewerber (UMA) in der Großunterkunft Friedrich-Fröbel-Schule am Lönsweg? Eine Frage, die sich ein WOCHENBLATT-Leser nach der Veröffentlichung der jüngsten städtischen Flüchtlingsstatistik stellte und der Redaktion schickte. „Sind das die vergessenen Flüchtlinge von Stade?“
„Mitnichten“, sagt Sozialdezernentin Susanne Brahmst vom Landkreis Stade. Für die UMA sei die Ausländerbehörde der Kreisverwaltung zuständig und nicht die Stadt. Derzeit sind insgesamt 42 UMA im Alter zwischen 15 und 17 Jahren in der Fröbelhalle untergebracht. Wie berichtet, werden sie dort rund um die Uhr vom Jugendhilfeträger „B+S Soziale Dienste“ betreut. Einige von ihnen leben hier schon seit mehr als einem Jahr.
Eigentlich sollte die sogenannte Inobhutnahme - zwölf weitere UMA sind noch bei der AWO in Stade untergebracht - nicht so lange dauern, doch die Anschluss-Maßnahmen gestalten sich schwierig. „B+S“ arbeitet nach wie vor daran, neue Unterkünfte zu schaffen - sei es in Neu- oder Bestandsbauten.
Viele UMA sind dagegen schon lange nicht mehr in der Inobhutnahme untergebracht. Insgesamt ist der Landkreis aktuell für 140 UMA zuständig. Die Höchstquote ist damit erreicht: 17 leben in Wohngruppen, zehn in betreuten Wohnungen, sieben in Pflegefamilien, der Rest lebt selbstständig in eigenen Wohnungen oder ist bereits über 18 Jahre alt, benötigt aber noch Unterstützung durch das Amt.
Susanne Brahmst ist zuversichtlich, dass Anfang des Jahres die Unterkunft in der Fröbelhalle aufgelöst werden kann: „Das ist unser Ziel.“ Maximale Deadline des Landes ist der 31. Mai 2018. Eine Verlängerung ist laut Brahmst nicht möglich.