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Dieser Vorschlag ist verlockend

Nach Ansicht von Ratsfrau Bianca Sliwinski könnten die städtischen Gleise endgültig stillgelegt werden (Foto: bc)

.. wird aber schwierig umzusetzen sein: statt Schienentrasse Radweg von Ottenbeck in die Stader Innenstadt

bc. Stade. Ein Radweg von Ottenbeck in die Stader Innenstadt: dort, wo jetzt noch Schienen liegen, auf denen aber schon lange kein Zug mehr gefahren ist. Das ist die Idee von SPD-Ratsfrau Bianca Sliwinski. Sie fragt: "Warum bezahlt die Stadt jährlich Instandhaltungskosten von 6.000 Euro für eine Strecke, die nicht benutzt wird?"

Zur Geschichte: In den 1990er kehrte die Bundeswehr Stade den Rücken. Die Stadt erwarb das Kasernengelände in Ottenbeck inklusive der Schienentrasse, die nun Jahr für Jahr im Sommer zuwuchert und regelmäßig freigeschnitten werden muss.
Bianca Sliwinski hatte schon vor Monaten einen Prüfauftrag an die Stadtverwaltung gestellt, ob die Strecke nicht stillgelegt, sprich entwidmet werden könnte. Für die meisten Ottenbecker dürfte der Vorschlag verlockend sein. Immerhin leben in dem neuen Stadtteil mehr als 2.000 Menschen.

Im Rathaus kommt Sliwinskis Idee weniger gut an. Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms sagt dazu: "Die Stadt ist der festen Überzeugung, dass eine vorhandene Infrastruktur nicht beseitigt werden sollte." Zumal eine örtliche Speditionsfirma entlang der Strecke ein Grundstück erworben hat - im Wissen, dass dort Schienenverkehr theoretisch möglich wäre. Außerdem betreibe der Stromnetz-Betreiber "Tennet" auf Höhe "Julius-Leber-Weg" eine Verladestation. "Tennet" sei es auch, die der Stadt die jährlichen Instandhaltungskosten erstatten, wie Gerd Allers, Abteilungsleiter Straßen und Brücken im Rathaus, dem WOCHENBLATT bestätigt.
So leicht gibt Bianca Sliwinski aber nicht auf: "Es wäre doch wirklich eine super Sache, wenn die Ottenbecker mit dem Rad in die City fahren könnten, ohne die viel befahrene B73 zu queren."