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Diskussion in Stade: "Keine unterschiedliche Form des Gedenkens"

CDU positioniert sich in Debatte um NS-Gedenken

bc. Stade. Wie soll die Stadt angemessen an die Opfer der Nazi-Herrschaft gedenken? Diese Frage wurde jüngst ausgiebig im Kulturausschuss des Stadtrates diskutiert. Die CDU stellt jetzt nochmals ihre Position klar heraus. Fraktionschefin Kristina Kilian-Klinge schreibt der WOCHENBLATT-Redaktion: "Es darf keine unterschiedliche Form des Gedenkens für die Opfer geben."
Wie berichtet, hat der Hobby-Geschichtsforscher Michael Quelle (Linke) Namen von Nazi-Opfern aufgespürt, derer bislang nicht gedacht wird. 2005 wurde vor der Wilhadikirche eine Gedenkstele für NS-Opfer aufgestellt. Dort sind 152 Namen eingraviert. Dank Quelle ist nun deutlich geworden, dass es weitere NS-Opfer gibt: 73 Zwangsarbeiter und 32 Kinder von Zwangsarbeiterinnen. Zudem sind mindestens 13 weitere Opfer der "Euthanasiemorde" aus dem Landkreis Stade namentlich bekannt.
In der Ausschusssitzung sei von Seiten der Verwaltung vorgeschlagen worden, gegebenenfalls in Form eines Buches an die Opfer zu gedenken, weil damit zu rechnen sei, dass im Rahmen andauernder Forschung noch weitere Namen von Opfern ermittelt werden könnten. Keine gute Idee, wie Kilian-Klinge betont.
"Die Opfer, die bis 2005 ermittelt waren, die die jetzt hinzugekommen sind und die, die in den nächsten Jahren noch gefunden werden, müssen im Gedenken gleich behandelt werden", so die CDU-Frau. Alles andere würde den Opfern nicht gerecht werden. "Insbesondere in der heutigen Zeit wäre das ein absolut falsches Signal."