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Diskussion um Landschaftsplan in Lühe

Einige Obstbauern in Lühe befürchten Nachteile durch den neuen Landschaftsplan (Foto: lt)
lt. Lühe. Für große Verunsicherung insbesondere unter den Obstbauern sorgt derzeit der Landschaftsplan, den die Samtgemeinde Lühe gerade überarbeiten lässt. Zahlreiche Altländer haben sich u.a. bei den Gemeindebürgermeister Timo Gerke (Hollern-Twielenfleth) und Marco Hartlef (Guderhandviertel) gemeldet, um Bedenken an dem Plan zu äußern. Sie fürchten, dass sie im schlimmsten Fall enteignet werden könnten, weil in einem ersten Entwurf offenbar bestimmte Gebiete als "Biotop" gekennzeichnet oder Radwege durch Obstplantagen gezeichnet worden waren.
"Diese Befürchtungen sind völlig unbegründet", sagt Samtgemeinde-Bürgermeister Michael Gosch auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Der Landschaftsplan sei lediglich ein erforderliches Begleitgutachten zum Flächennutzungsplan, der - wie berichtet - überarbeitet werden soll. Der Landschaftsplan habe keinerlei Satzungsqualität. Auf seiner Grundlage können also keine Entscheidungen bzw. Planungen durchgesetzt werden, erst recht nicht ohne Einverständnis der betroffenen Grundstückseigentümer, betont Gosch.
Selbst der Flächennutzungsplan sei nur die Grundlage, auf der ein Bebauungsplan entwickelt werden kann. Gosch räumt aber ein, dass der Planer bei der Überarbeitung des Landschaftsplanes wohl "etwas übers Ziel hinaus geschossen sei" und den Plan nun noch einmal korrigiere.
Gosch schließt nicht aus, dass es noch eine Informationsveranstaltung geben könnte, bei der die Bürger von Seiten der Verwaltung noch einmal darüber aufgeklärt werden, was ein Landschaftsplan genau ist. In der vergangenen Woche hatte es bereits eine ähnliche Veranstaltung für alle Ratsmitglieder gegeben, bei der aber wohl noch nicht alle Bedenken aus dem Weg geräumt werden konnten.
"Für mich ist das Ganze noch immer zu schwammig", sagt z.B. Timo Gerke. Er kritisiert außerdem, dass der Landschaftsplan der Politik im Vorfeld nicht vorgestellt und dessen Inhalte richtig erklärt wurden.
Michael Gosch weist alle Kritik von sich. Es gebe bereits seit Jahrzehnten einen Landschaftsplan, für den sich bisher niemand interessiert hätte. Mit der öffentlichen Auslegung der überarbeiteten Version im vergangenen Jahr habe die Verwaltung Transparenz zeigen und die Bürger einbinden wollen. Dass die Diskussionen über den Landschaftsplan nun ein derartiges Ausmaß angenommen hätten, bezeichnet Gosch als völlig übertrieben.
Auch unabhängig von einer möglichen Info-Veranstaltung stünden die Rathaustüren aber grundsätzlich jederzeit jedem offen, der sich informieren wolle, betont der Samtgemeinde-Bürgermeister.

• Ein Landschaftsplan muss von Kommunen aufgestellt werden, um die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege auf dem Gemeindegebiet darzustellen. Er beinhaltet üblicherweise: Zielsetzungen für Freiflächen in den Ortslagen (z. B. Zweckbestimmungen für Brachflächen), Ausdehnung und Grenzen der Siedlungstätigkeit, Entwicklungsziele für Natur und Landschaft (z. B. Vorschläge für Ausgleichsflächen, Wanderwege, Bepflanzungsmaßnahmen), besonders erhaltenswerte Teile von Natur und Landschaft (z. B. Vorrangflächen für Naturschutz) sowie besondere Festsetzungen für forstliche Nutzungen (z. B. Wiederaufforstungs­flächen).
Quelle: Wikipedia