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Eilantrag abgelehnt

Amela Huskic mit ihren Mitschülern vor dem Stader Kreishaus. Inzwischen ist das Mädchen in Belgien

Familie Huskic aus Freiburg nach Belgien ausgewiesen


tp. Freiburg. Das Amt arbeitete streng nach Plan: Am Dienstagmorgen um 6 Uhr wurde die aus Bosnien stammende fünfköpfige Asylbewerber-Familie Huskic aus Freiburg von Mitarbeitern der Landesaufnahmebehörde abgeholt und nach Belgien gebracht. Ein vom Anwalt der Familie gestellter Eilantrag auf Aufschiebung der Ausweisung war vom Verwaltungsgericht Stade abgelehnt worden.
Wie das WOCHENBLATT berichtete, hatten Mitschüler der 13-jährigen Amela Huskic in der vergangenen Woche bei einer Demonstration vor dem Kreishaus in Stade "Bleiberecht für Amela und ihre Familie" gefordert und eine Liste mit 267 Unterschriften an den Ersten Kreisrat Eckart Lantz übergeben. Ohne Wirkung: Lantz konnte nur auf geltendes Gesetz verweisen. Demnach ist Belgien für die Bearbeitung des Asylverfahrens der Huskics zuständig. Über dieses Land reiste die Familie vor zwei Jahren nach Deutschland ein und stellte dort auch den Asylantrag.
Mitschüler, Lehrer, Nachbarn und Freunde nahmen im Morgengrauen Abschied von der Familie Huskic. In ihr Heimatland Bosnien wollen sie nicht zurück. Vater Demal (43) ist Roma ("Zigeuner") und wird wegen seiner Zugehörigkeit zu der ethnischen Minderheit verfolgt.