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Eltern bemängeln "Planungsfehler"

Bemängeln die Verkehrssituation "Am Schützenhaus": Bernd und Hanna Rohde-Brandenburger mit ihren Kindern Lennard (li.) und Malina

Enge Fahrbahn und niedriger Bürgersteig: Anwohner "Am Schützenhaus" haben Angst um ihre Kinder

tp. Stade. Eine schmale Fahrbahn und ein fast auf Straßenniveau herabgesenkter Bürgersteig geben Anwohnern des Neubaugebietes "Am Schützenhaus" in Stade Anlass zur Sorge. Sie wittern Unfallgefahr für ihre Kinder. Denn nach Beobachtungen der Eltern sind viele Autos zu schnell unterwegs und weichen bei Begegnungsverkehr auf den Bürgersteig aus.

In der Stichstraße "Am Schützenhaus" gilt die Tempo-30-Regelung. Doch Bernd Rohde-Brandenburger (42), Vater von drei Kindern (5 und 3 Jahre sowie 6 Monate) berichtet, dass es wegen Geschwindigkeitsübertretungen und der Enge auf dem rund 3,50 Meter breiten Fahrstreifen bereits häufiger zu brenzligen Situationen "Auto gegen Fußgänger" gekommen sei. Auch beim Einparken würden Pkw-Fahrer regelmäßig über den Gehweg rollen, berichtet Bernd Rohde-Brandenburger.

Der besorgte Familienvater will mit weiteren Anwohnern eine Nachbarschaftsinitiative gründen. In einem ersten Schritt will der Aktivist Unterschriften gegen die aus seiner Sicht fehlerhafte Verkehrsplanung sammeln und die Liste an die Verantwortlichen im Rathaus übergeben. Sein Anliegen ist es, aus der Strecke, an der rund 25 Haushalte liegen, in denen rund 30 Kinder wohnen, in eine verkehrsberuhigte Zone umzuwandeln. Dann gilt Schritt-Tempo und Fußgänger haben Vorrang vor Kraftfahrzeugen.

Eine ähnliche Aktion vor rund zwei Jahren brachte keinen Erfolg, und der Protest in der Nachbarschaft ebbte ab, aber dieses Mal ist es Bernd Rohde-Brandenburger und seiner Ehefrau Hanna (36) ernst: "Notfalls ziehen wir vor das Verwaltungsgericht."

Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms wehrt die Kritik ab: "Die Straße wurde nach allen Regeln der Kunst und nach geltenden Vorschriften gebaut. Dort ist alles, wie es sein soll." Um Autofahrer auf die besondere verkehrsberuhigte Situation aufmerksam zu machen, habe die Stadt extra bauliche Vorkehrungen getroffen. An der Einmündung zu der stärker frequentierten Straße "Am Schwarzen Berg" wurde eine Schwelle in die Fahrbahn eingebaut. Dadurch sollen Autofahrer beim Einbiegen in die Wohnstraße das Tempo drosseln. Nach Schröder Doms' Ansicht sind "Am Schützenhaus" vorwiegend Anwohner mit ihren Autos unterwegs. Er appelliert beim Autofahren an deren Eigenverantwortung.

Der Stadtbaurat sieht in der Gestaltung der Straße kein Raser-Risiko. Im Gegenteil: Die beengte Verkehrsführung führe sogar zu besonneneren Fahrweise.

• Der Fall erinnert an den Widerstand von Anrainern der Gastro-Meile Salzstraße in der Stader Altstadt (das WOCHENBLATT berichtete). Die Stadtverwaltung argumentierte ähnlich, nachdem sich Wirte über den niedrigen Bürgersteig im Bereich der Außen-Sitzplätze ihrer Restaurants beschwert hatten. Sichtschutzwände aus Holz und bepflanzte Blumenkübel, die die Gastronomen zum Schutz ihrer Gäste an der Bürgersteigrand gestellt hatten, mussten wieder abgebaut werden.