Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Faeclift im Schneckentempo

Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms will aus dem Altländer Viertel einen attraktiveren Stadtteil machen
 
Der Vorbelastungsdamm neben dem Staatsarchiv (re.) hat sich gesenkt, die Bauarbeiten für die neue Verbindungsstraße können starten
bc. Stade. Einheimische erkennen den Fortschritt vielleicht nicht auf den ersten Blick. Aber in der Hochhaus-Siedlung Altländer Viertel hat sich in den vergangenen 14 Jahren vieles zum Positiven verändert - so lange läuft die staatlich geförderte „Aufhübschung“ des Quartiers schon. „Es ist ruhiger und schöner geworden“, stellt der 1. Stadtrat Dirk Kraska kurz und bündig fest. „Facelift“ im Schneckentempo!

Um die Sanierung des „Problemviertels“ nach über einem Jahrzehnt abzuschließen, braucht die Stadt mehr Geld als ursprünglich vorgesehen. Die Stader Ratsversammlung hat am Montag einstimmig entschieden, mehr Fördermittel beim Land abzufordern als derzeit noch übrig sind (4,42 Mio. Euro): Etwa 970.000 Euro sollen zusätzlich fließen, der städtische Anteil beträgt 324.000 Euro. Wann die Zuschüsse überwiesen werden, ist unklar. Das Sozialministerium in Hannover muss den Antrag auf Aufstockung des Kostenrahmens genehmigen.

Hintergrund: Das Altländer Viertel wird mit Mitteln aus dem Topf „Die soziale Stadt“ aufgepeppt. Die Finanzierung ist klar geregelt: zu je einem Drittel bezahlen Bund, Land und Stadt. Zuletzt waren die Zuweisungen aus diesem Förderprogramm drastisch gekürzt worden.

„Das Altländer Viertel ist auf einem guten Weg. Es wäre unsinnig, kurz vor dem Abschluss mit der Modernisierung aufzuhören“, sagte SPD-Fraktionschef Kai Holm am Montag im Rat. Grünen-Ratsmitglied Uwe Merckens gab zu Bedenken: „Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, dürfen wir nicht wieder wegschauen.“ Die sozialen Probleme im Viertel seinen keinesfalls gelöst.

Bis Ende 2013 wurden mehr als zwölf Millionen Euro Städtebau-Mittel ins Quartier gesteckt, über das Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms einst befand, dass es wie ein „Ghetto“ angelegt sei. Ein Stadtteil buchstäblich in der Sackgasse.

Das wird sich 2015 ändern. Während vieler Jahre war die einzige Zufahrt ins Viertel über die Altländer Straße möglich. Jetzt, da sich der Vorbelastungsdamm gesetzt hat, können im Frühjahr die Bauarbeiten für einen Kreisverkehr und die „Steinkirchener Straße“ (ehemals Grabenweg) beginnen - die Verbindung des Altländer Viertels mit dem Bahnhof und der Innenstadt. „Die Straße macht das Viertel attraktiver“, sagt Schröder-Doms. Ende 2015 soll die Trasse direkt neben dem neuen Staatsarchiv fertig sein.

Bis 2020, so lange läuft das Programm „Die soziale Stadt“ noch, sollen weitere Straßen, Plätze und Grünanlagen umgebaut werden. Diese Maßnahmen sind noch vorgesehen: der Bau von Fußwegen an der Neuenfelder und Jorker Straße, die Schaffung eines multifunktionalen Platzes an der Grünendeicher Straße vor der Sparkasse, das Anlegen eines Grüngürtels an der Cranzer Straße, die Entwicklung der Hollerner Moorwettern zu einem Naherholungsgebiet und andere mehr.

Auch der Bau eines Gesundheitszentrums an der Neuenfelder Straße, finanziert durch einen Investor, schwebt den Stadtplanern vor. Vor ungefähr 15 Jahren haben sich der letzte Arzt und die letzte Apotheke aus dem Altländer Viertel verabschiedet. Stadtbaurat Schröder-Doms verspricht: „Wir tun alles, um einen potenziellen Investor beim Bau zu unterstützen.“

Was bislang im Altländer Viertel geschehen ist, kann sich sehen lassen: z.B. das Neubaugebiet Stockfeld, die Modernisierung zahlreicher Wohngebäude, das neue Stadtteilhaus, die Qualifizierungsküche, neue Behinderten- und Seniorenwohnungen. Es soll noch vieles dazukommen.