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Fahrradwegekonzept für den Flecken gilt ab Mitte Mai

CDU-Ratsherr Frank Irmer hat das Fahrradwegekonzept von Anfang an begleitet und steht voll dahinter Fotos: lt/archiv
 
Christian Ückert vom ADFC Stade
lt. Horneburg. Dass es meist nicht reibungslos funktioniert, wenn etwas Neues eingeführt wird, zeigt sich momentan im Flecken Horneburg. Dort steht das Fahrradwegekonzept, das in den vergangenen drei Jahren erarbeitet wurde, kurz vor der Umsetzung. Ab Mitte Mai gilt dann im Horneburger Ortskern: Radler dürfen nur noch auf der Straße fahren!
Einzige Ausnahme: Kinder bis acht Jahre müssen auf dem Gehweg fahren, Kinder bis zehn zehn Jahre dürfen es - immer in Begleitung eines Erwachsenen.
Die Skepsis und Verunsicherung unter zahlreichen - meist älteren - Bürgern ist offensichtlich groß. Bei einer Informationsveranstaltung in Stechmanns Gasthaus äußerten jüngst viele Horneburger Bedenken und Ängste in Bezug auf den Zwang, künftig auf der in ihren Augen gefährlicheren Straße zu radeln. "Ich werde auch weiter den Gehweg benutzen, ich lasse mir doch nicht die Knochen kaputt fahren", empörte sich z.B. ein Fahrradfahrer älteren Semesters.
"Bei solchen Aussagen stellen sich mir die Nackenhaare auf", entgegnete CDU-Ratsherr Frank Irmer, der das Fahrradwegekonzept von Anfang an begleitet und auf den Weg gebracht hat. Man habe innerhalb der Arbeitsgruppe ausführlich diskutiert und sich am Ende bewusst dagegen entschieden, Fahrradverkehr auf dem Gehweg zu erlauben. Unter anderem auch deshalb, weil die Benutzung des Gehwegs nur vermeintlich sicherer sei als auf der Straße zu fahren.
Das bestätigte auch Christian Ückert vom ADFC Kreisverband Stade. Er zeigte anhand zahlreicher Beispiele die Gefahren auf, denen Radler bei der Nutzung von Radwegen ausgesetzt sind. Sei es durch Stolperfallen, Hindernisse oder die Übersichtlichkeit vieler Radwege, die häufig zu Unfällen zwischen Fahrrad- und Autofahrern führe.
"Zwei Drittel aller tödlichen Fahrradunfälle passieren nicht auf der Straße sondern auf Radwegen", so Ückert, der selbst täglich in die Pedale tritt. Brenzlige Situationen erlebe er dabei deutlich häufiger, wenn er auf dem Radweg unterwegs sei.
Am Ende der Veranstaltungen gab es aus den Reihen der Zuhörer dann doch noch Lob für den Mut, das Konzept umsetzen sowie konstruktive Hinweise, die die Verwaltung aufgenommen hat und berücksichtigen will.
So soll u.a. ein Infoblatt zum Konzept entwickelt und in Horneburg verteilt werden. An den Ortseingängen sollen künftig Schilder darauf hinweisen, dass Fahrradfahrer hier auf der Straße unterwegs sind. Auch sollen Geflüchtete gezielt eingebunden und extra über die Neuerungen informiert werden. Es sei auch möglich, spezielle Seminare für unsichere Radfahrer anzubieten, so Frank Irmer. Er wies zudem darauf hin, dass das Konzept auch an den Schulen vorgestellt werden soll.
Flecken-Bürgermeister Hans-Jürgen Detje appellierte noch einmal an die Fahrradfahrer, selbstbewusster zu werden und kein schlechtes Gewissen gegenüber den Autofahrern zu haben, wenn man sich die Straße teile.

Im Zuge des Fahrradwegekonzeptes werden ab dieser Woche bis Mitte Mai im Flecken Horneburg folgende Maßnahmen umgesetzt:
Von der Straße „Im Großen Sande“ über Auedamm/Vordamm bis zum Kreisel wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Ebenso auf der Issendorfer Straße bis Höhe Schanzenstraße sowie "Im Großen Sande" bis zum Güterbahnhof. Zudem werden die Rad-Gehweg-Schilder entfernt und durch Gehweg-Schilder ersetzt. An wichtigen Stellen - z.B. Einmündungen - werden Fahrrad-Piktogramme auf die Fahrbahn gezeichnet.
Am großen Kreisel am Vordamm werden die Fahrradfurten in Fußgängerüberwege umgewandelt, das Gleich passiert in der Einmündung Schützenweg/Poggenpohl.
An den Ortseinfahrten werden spezielle - 15 Meter lange - Verkehrsinseln errichtet, die die Fahrradfahrer sicher auf die Straße leiten. Markierungsblöcke und Baken sollen zusätzlich dafür sorgen, dass die Autofahrer auf die Radler aufmerksam werden. Baumaßnahmen für die Radler