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Falsche Information zum Feuerwerk: Fehler lag im Rathaus Steinkirchen

Redakteure sollten gut recherchieren, bevor sie Informationen weiter geben. Das gilt aber auch für Verwaltungsbeamte, die uns Redakteure häufig mit Informationen versorgen. Denn eine Fehlinformation, die dann auch noch in der Zeitung abgedruckt wird, kann unter Umständen für viel Aufruhr sorgen.
So geschehen in der vergangenen Woche. Im WOCHENBLATT-Artikel "Ein Thema mit richtig Zündstoff" ging es um ein professionell veranstaltetes Feuerwerk in der Samtgemeinde Lühe, das am Samstag, 5. August, stattgefunden hatte. Da im Nachgang in den sozialen Netzwerken kräftig darüber diskutiert wurde, warum - trotz des generellen Verbots am Silvesterabend - plötzlich ein großes Feuerwerk gezündet werden durfte, wollte ich die Leser informieren. Nämlich darüber, dass ein angemeldetes, vom Ordnungsamt genehmigtes und professionell durchgeführtes Feuerwerk nach wie vor erlaubt ist.
Unglücklicherweise hat mich aber der Samtgemeinde-Bürgermeister Michael Gosch falsch informiert. Er behauptete, das Feuerwerk sei in Hollern-Twielenfleth, anlässlich eines Feuerwehr-Festes, hochgegangen. In Wahrheit wurde das Feuerwerk aber im Rahmen einer Feier am Pio-Platz in Grünendeich abgefeuert.
Hollern-Twielenfleths Bürgermeister Timo Gerke war zurecht auf Zinne. Immerhin hatte er seinerzeit mit seinem Antrag überhaupt erst für das generelle Verbot gesorgt. Dass nun ausgerechnet in "seiner" Gemeinde zum Spaß ein Feuerwerk gezündet werde, hätte ihn womöglich unglaubwürdig gemacht und viel Kritik nach sich gezogen.
Bis allerdings klar war, wo das Feuerwerk denn nun tatsächlich stattgefunden hatte, vergingen noch einige Stunden und es mussten viele Telefonate geführt werden. So hatte Michael Gosch zwischenzeitlich eine erneute Fehlinformation an mich heran getragen. Hatte er doch mit dem Jorker Bürgermeister Gerd Hubert telefoniert und auf dem kurzen Dienstweg erfahren, dass das Feuerwerk angeblich im Fährhaus Kirschenland gezündet wurde. Auf Nachfrage beim Wirt des Kirschenlandes erfuhr ich aber, dass dort - abgesehen von den Wunderkerzen auf den Eisbomben - nicht "gezündelt" wurde. Auch die eingeschaltete Mitarbeiterin des Steinkirchener Ordnungsamtes (der Chef ist derzeit im Urlaub) konnte zunächst kein Licht ins Dunkel bringen. Laut ihrer Aussage war kein Feuerwerk in der Samtgemeinde Lühe beantragt und genehmigt worden.
Zu guter Letzt fand Michael Gosch dann doch noch irgendwie heraus, dass es auf dem Pio-Platz ein beantragtes und genehmigtes Feuerwerk gegeben hatte. Der Samtgemeinde-Chef räumte seinen Fehler mir gegenüber ein.
Ich hätte mich einfach auf die Informationen im sozialen Netzwerk verlassen können, was ich aber als professionelle Redakteurin nicht wollte. Die Altländer waren allerdings besser informiert als die Steinkirchener Verwaltung. Hinterher ist man immer schlauer. Lena Stehr