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Falsche Vorwahl: Internet bleibt lahm

Sönke Hartlef, Bürgermeister von Bützfleth

Kein Breitband für Bützfleth: Telekom orientiert sich bei Glasfaser-Ausbau an Netzgrenzen

tp. Bützfleth. Bei dem groß angelegten Ausbau des Glasfasernetzes der Deutschen Telekom, von dem rund 15.000 Haushalte in Stade und den Ortschaften profitieren (das WOCHENBLATT berichtete), geht Bützfleth leer aus. Während in Stade und Umgebung ab Herbst fast alle Internetnutzer in den Genuss der super-schnellen Leitung mit einer Daten-Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde kommen, müssen sich die rund 4.500 Einwohner des Industrie- und Wohnortes mit einer langsameren Leitung begnügen.

Schlecht ist die Verbindung besonders in den abgelegenen Ortsteilen wie Bützflethermoor, Abbenfleth oder Götzdorf.

Dass das Glasfasernetz in Bützfleth nicht ausgebaut wird, hat laut Bützfleths Bürgermeister Sönke Hartlef technische Gründe: "Die politischen Grenzen sind nicht identisch mit den Netzgrenzen, an denen sich die Telekom beim Ausbau orientiert." Nach dem großen Erfolg des ersten Ausbau-Schrittes in Stade habe die Telekom beschlossen, das gesamte Netz mit der Vorwahl "04141" flächendeckend auszubauen. Deshalb seien auch die Altländer Dörfer Agathenburg und Hollern einbezogen worden, die diese Vorwahl haben, politisch aber nicht zu Stade gehören. Die Stader Ortschaft Bützfleth mit der eigenen Vorwahl "04146" gehöre nicht zu diesem Netz, so Hartlef.

"Die Telekom ist ein Wirtschaftsunternehmen und organisiert ihr Fernmeldesystem und auch ihre Ausbauplanung selbst", sagt der Bürgermeister. Daher sei die Möglichkeit der Einflussnahme der Stadtverwaltung - und erst Recht der Ortschaft - begrenzt.

Für den möglichen Breitband-Ausbau in den schlecht versorgten Ortsteilen Bützfleths habe die Telekom in den vergangenen Jahren Interessenbekundungsverfahren durchgeführt. "Einen Zuschlag hat Bützfleth allerdings nicht erhalten", so Hartlef. "Die Verwaltung wird aber auch in Zukunft jede Antragschance nutzen, um Ausbaumittel einzuwerben. Auch der Ortsrat und ich als Ortsbürgermeister werden sich weiterhin für einen Ausbau einsetzen." Einen Zeitplan gebe es dafür allerdings noch nicht.