Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Finanzspritze für Erzieherinnen in Stade

Leiterin Tina Schmidt mit Jungen und Mädchen der Kita "Auf der Koppel": Dort herrscht dringender Personalbedarf (Foto: Hansestadt Stade)

Stadt greift angehenden Fachkräften unter die Arme / Noch Beratungsbedarf für Kita-Neubau

tp. Stade. Viel zu tun gibt es für die Stadt Stade bei der Kinderbetreuung: Es herrscht Mangel an Fachkräften. Unter dem Konkurrenzdruck weiterer Arbeitgeber auf dem leer gefegten Erzieherinnen-Markt greift die Stadt zu einem finanziellen Lockmittel, indem sie angehende Fachkräfte mit der Lohnfortzahlung während Lehrgangs- und Prüfungsphasen unterstützt. Überdies herrscht großer Bedarf in Betreuungsplätzen, sodass die Politik mittelfristig einen Kindergartenneubau plant. Beides war kürzlich Thema auf der Sitzung des Sozialausschusses.

Derzeit bietet die Stadt 1.814 Betreuungsplätze, davon sind 1.776 belegt, was einer Vollauslastung entspricht. In den elf städtischen Kindergärten arbeiten 170 Erzieherinnen. Hinzu kommen 16 Kitas freier Träger vom Roten Kreuz bis zu Lebenshilfe.

Laut dem Ersten Stadtrat Dirk Kraska sind in den städtischen Einrichtungen 18 Stellen unbesetzt, zum August soll sich die Lage entspannen, voraussichtlich werden es dann aber immer noch fünf freie Stellen sein. Ein Schwerpunkt des Erziehermangels liege in der neuen Kita "Auf der Koppel", ansonsten seien mehrere Kindertagesstätten betroffen. Kraska: "Dies verschiebt sich jedoch stetig."

Ähnlich wie in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, wo die Politik über eine Art Stipendiat nachdenkt, um künftige Erzieherinnen nach der Ausbildung an den kommunalen Arbeitgeber zu binden (das WOCHENBLATT berichtete), schafft auch die Stadt Stade bereits ab Sommer finanzielle Anreize. Kinderpflegerinnen und Sozialassistentinnen wird eine Ausbildung zur Erzieherin an der Jobelmann-Schule angeboten. Die Bewerberinnen müssen seit mindestens sechs Monaten bei der Stadt Stade beschäftigt sein, die Probezeit also überstanden haben, zusätzlich sind eine positive Beurteilung der jeweiligen Kita-Leitung sowie ein erfolgreiches internes Kolloquium in Kooperation mit der Jobelmann-Schule erforderlich. Die Bewerberinnen sollten bereit sein, innerhalb der städtischen Einrichtung zu wechseln.

Im Gegenzug gewährt die Stadt die Fortzahlung des Lohnes in Zeiten der lehrgangs- und prüfungsbedingten Abwesenheit und verzichtet auf die Rückzahlung dieser Leistung bei bestandener Prüfung. Die Erzieherinnen verpflichten sich ihrerseits, mindestens zwei Jahre bei der Stadt angestellt zu bleiben.

Bei nicht bestandener Prüfung gilt die Leistung als Arbeitgeberdarlehen und muss zurückgezahlt werden.

Einvernehmen herrschte im Ausschuss über die Notwendigkeit eines zusätzlichen städtischen Kindergartens. Die Grünen hätten die Einrichtung am liebsten in Bützfleth. Doch die Mehrheit sieht noch Beratungsbedarf hinsichtlich des Standortes. Anhand einer speziellen neuen Software wird derzeit in der Verwaltung eine Bedarfs-Prognose an den Kindergärten erstellt. Die Daten sollen Ende des Jahres vorliegen und der Politik als Beschlusshilfe zur Verfügung gestellt werden.