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Gegen Abholzung: Naturfreundin gründet Initiative "Pro Baum Stade"

Sabine Herrmann stellt die Notwendigkeit der Baumfällung am Sandersweg in Frage

Sabine Herrmann (54) vom Sandersweg mahnt: "Genauer hinschauen"

tp. Stade. Naturfreundin Sabine Herrmann (54), Anwohnerin des Sandersweg in Stade, schlägt aus Sorge um alte Bäume in ihrer Nachbarschaft Alarm. Sie warnt vor einer von der Stadt geplanten, aus ihrer Sicht zu radikalen und vielleicht zu leichtfertigen Baumfällung. Es handele sich um "eine lange und sehr alte Baumreihe", die noch aus der Zeit des namengebenden Arztes Dr. Friedrich Sanders stamme. Er habe die an einem Hang stehende Baumreihe vor mehr als 100 Jahren angelegt ("Sanders Anlagen").

Nach Meinung von Sabine Herrmann, die Mitglied der Grünen-Partei ist, seien die Anlieger von der beabsichtigten Abholzung, die bereits mit der Auslichtung einiger Büsche begonnen hat, "völlig überrascht" worden. Ein Anruf bei der Stadt Stade habe
ergeben, dass sämtliche Fichten in der Reihe gefällt werden sollen, "ohne mit uns Anwohnern vorher darüber zu sprechen oder ein Konzept für eine Neubepflanzung zu haben".

Die Kritikerin beklagen zudem den "Kahlschlag", der bereits in den vergangenen zwei Jahren geschehen sei, ohne dass eine Neubepflanzung vorgenommen wurde. "Wenn jetzt noch die letzten Bäume fallen, ist die alte Baumreihe dahin. Im Sommer bieten die hohen Bäume Platz für Vögel. Ihr Zwitschern wird wohl bald Vergangenheit sein", sagt die Anwohnerin mit trauriger Stimme.

Das WOCHENBLATT misch sich ein und hakt bei der Stadt nach: Zu dem Hintergrund der Fällung, die laut Herrmann nicht in der offiziellen jährlichen Fäll-Liste für morsche und kranke Bäumde der Verwaltung auftaucht, will die Stadt in einer kommenden Ausgabe unserer Zeitung Stellung beziehen.

Die Stadt muss weiter mit Gegenwind rechnen. Sabine Herrmann gründet per Aufruf bei Facebook die Stader Initiative "Pro Baum Stade", deren Mitglieder vor Fällungen "genau hinschauen" werden.

Kommentar:
Das Gewissen wacht

Die Stadt Stade ist auf Wachstums- und Modernisierungskurs. Doch der Fortschritt hat Schattenseiten: Mal wird ein denkmalgeschützes Haus in der Altstadt abgerissen oder es verschwindet ein Kopfsteinpflaster zugunsten einer Aphaltdecke - und immer wieder weichen grüne Riesen wie nun am Sanderweg. Meistens nach Recht und Gesetz. Doch die Grenzen zur Notwendigkeit der Eingriffe in Kultur- und Naturlandschaft sind fließend. Denn nicht selten gab es doch noch Rettung für alte Gebäude (Schwedenspeicher) oder Teile städtisches Grüns (Wallanlagen), dank Einzelner mit ökololgischem und historischem Gewissen. Thorsten Penzs