Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Große Ehre für die "Cheferin"

Familie Hartlef in der St. Nicolai-Kirche: die Patenkinder Mohsen Nikaeen (li.) und Javad Alamdari (2.v.re.), Elke Hartlef, Sönke Hartlef und deren Sohn Malte Hartlef (Foto: Hannelore Schneidereit)
bc. Stade-Bützfleth. Dieses Mal lief es ein wenig anders beim Neujahrsempfang in der Bützflether St. Nicolai-Kirche. Nicht Bürgermeister Sönke Hartlef hielt am Sonntag die Laudatio auf die Bürgerin des Jahres, die bereits zum achten Mal gewählt wurde, sondern Pastorin Heike Kehlenbeck übergab vor mehr als 250 Besuchern die silberne Medaille der Ortschaft. Aus gutem Grund. Elke Hartlef, die Frau des Bürgermeisters, wurde die Ehre zuteil.
Kehlenbeck betonte gleich am Anfang ihrer Rede, dass Sönke Hartlef großen Wert darauf legt, dass weder er den Vorschlag gemacht hat noch der Jury angehört, die Elke Hartlef auserwählte. Ein Bürger Bützfleths war es, der die tatkräftige Frau vorschlug.
Denn Elke Hartlef setzt sich in vorbildlicher Art für die Betreuung und Integration der in Bützfleth lebenden Flüchtlinge ein. „Hier wird lokal gezeigt, wie wir in Deutschland leben wollen, wie Deutschland wahrgenommen werden soll. Nämlich als weltoffen, tolerant, freundlich, hilfsbereit, barmherzig, modern und der Zukunft zugewandt“, zitierte Kehlenbeck aus der Begründung des Vorschlags.
Ehrenamtlicher Einsatz ist eine Konstante im Leben von Elke Hartlef. Aber es liegt in ihrer Natur, dass sie dafür nicht in ein Amt gewählt werden muss. Es seien vielmehr die hilfsbedürftigen Menschen, die sie antreiben, nicht die Aussicht auf öffentliche Belohnung, hob Kehlenbeck hervor.
So war es schon in der Vergangenheit, als sie sich 15 Jahre lang um die Organisation des Integrationssportfestes kümmerte. „Als Ehefrau des TuSV-Vorsitzenden ist man ohnehin immer so etwas wie die Vereinssekretärin. Das gleiche gilt jetzt für Elke Hartlef als Frau des Bürgermeisters“, sagte Kehlenbeck.
Eine ganz neue Dimension nahm die Hilfe jedoch an, als vor etwa anderthalb Jahren die Spitze der Flüchtlingswelle Bützfleth erreichte. Ihr Mann berichtete von seinen ersten Besuchen in den Unterkünften. Von traurigen Lebensgeschichten - von einer Perspektivlosigkeit der Menschen, die so sehr auf einen Neuanfang hofften.
„Diese unschöne Gemengelage weckte nun endgültig ihre soziale Ader“, lobte Kehlenbeck. Elke Hartlef organisierte diverse Spendenaktionen. Maßgeblichen Anteil hatte Elke Hartlef zudem an der Einrichtung des Willkommens-Cafés im Dorfgemeinschaftshaus. Darüber hinaus übernahm die Helferin gemeinsam mit weiteren engagierten Unterstützern Deutschkurse.
Eine kleine Anekdote sagt viel über Elke Hartlefs Ansehen bei den Asylbewerbern aus. Ihr Spitzname in den Unterkünften ist schlicht „die Cheferin“. Er entstand in der Anfangsphase, weil ihr Mann stets mit „Hallo Chef“ begrüßt wurde.