Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Güterbahnhof Stade: "Gefährlicher Abfall" in den Halden

Der Abtransport des alten Gleisbaumaterial hat begonnen

Ulrich Hemke (Grüne) stellt kritische Fragen zu Schotterbergen am Güterbahnhof / Staatsanwaltschaft ermittelt / Anfrage an den Bundestag

tp. Stade. Die Schutthalden auf dem städtischen Grundstück am ehemaligen Güterbahnhof in Stade beschäftigen inzwischen die Politik auf breiter Front. Die Grünen aus dem Kreisverband Stade haben die Bundestagsabgeordnete Dr. Julia Verlinden (Grüne) eingeschaltet, die eine Anfrage hinsichtlich des Umgangs der Regierung mit den Schadstoffen an den Bundestag stellte. Denn anders als aus einer vorläufigen Erklärung der Deutschen Bahn hervorging, ergaben Untersuchungen der Umweltbehörden nun, dass die dunkelbraunen Sandberge unter weißer Folie wahrscheinlich doch Schadstoffe enthalten.

Mit dem Thema befassten sich auf lokaler Ebene die Kreisverwaltung sowie der Stader Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltfragen (ASU), nachdem der Grünen-Kreistagspolitiker Ulrich Hemke den Verwaltungen eine Liste kritischer Fragen zugesandt hatte.

Nach neuesten Erkenntnissen von Kreis und Stadt lagern auf dem Gelände 18.000 Tonnen Gleisschotter, 4.000 Tonnen weiteres verschmutztes Material nebst Beton- und Holzschwellen sowie alte Schienen. Es handelt sich um altes Gleisbaumaterial der erneuerten Bahnstrecke zwischen Stade und Himmelpforten. Laut den vorläufigen Analyseergebnissen des Landkreises enthalten die Halden Material, das als "gefährlicher Abfall" eingestuft wird, darunter Pflanzenschutzmittel. Die Holzschwellen sind mit schädlichem Teeröl belastet, das u.a. Haut- und Atemwegsreizungen auslösen kann. Ob von den Halden eine unmittelbare Gefahr ausgeht, die weitere Sicherungsmaßnahmen erfordert, wird laut Stadt derzeit juristisch geprüft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Bahn wurde zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert.

Ein Pachtvertrag zwischen den von der Bahn beauftragten Vereinigten Schotterwerken und der Stadt zur Lagerung endete bereits am 31. Mai. Wegen der Bahnstreiks verzögert sich die Entfernung des Materials, das recycelt wird, bis Ende Juni. Täglich transportieren Lkw rund 1.000 Tonnen des Gemischs ab.

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage machte die Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst keine detaillierten Angaben zur Zusammensetzung und Giftigkeit des gelagerten Materials.