Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Hans Blank: "Wir dürfen die Leute nicht verschaukeln"

Hans Blank, Bürgermeister der kleinsten Stader Ortschaft Hagen
bc. Stade. Ein Beispiel, wie fehlende oder fehlgelaufene Kommunikation Unmut produzieren kann, lieferte der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Stade in seiner jüngsten Sitzung. Vertreter der Ortschaften Bützfleth, Wiepenkathen, Haddorf und Hagen waren eingeladen worden, um über eine Prioritätenliste für Instandhaltungsmaßnahmen zu sprechen. Doch dazu kam es nicht. Stattdessen informierte Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms die verdutzten Bürger, dass es eine solche Liste gar nicht gibt.

Ausschuss-Mitglied Hans Blank, Ortsbürgermeister in Hagen, kritisiert das Vorgehen der Stadt: "Die Leute in den Ortschaften müssen mitgenommen werden. Sonst fühlen sie sich verschaukelt."

Zur Erklärung: Früher verfügten die Orte über ein fixes Budget, das sie für verschiedene Instandhaltungsmaßnahmen verwenden konnten. Zum Beispiel, um Frostschäden an Straßen auszubessern.

Um den Stader Verwaltungsapparat zu verschlanken, wurde die Finanzierung der Außenbezirke vor zwei Jahren geändert. Freiwillige schauen sich in den Dörfern um und erstellen Listen, welche Straßen eine Sanierung am nötigsten haben.

Diese einzelnen, sehr detaillierten Auflistungen sollten laut Blank von der Stadt zu einer Gesamt-Prioritätenliste verarbeitet werden, um einen Überblick zu erhalten, welche Straßen wann dran sind.

Stattdessen wanderten die Listen jedoch unverändert in den städtischen Gesamthaushalt. Eine Übersichtlichkeit ist nicht mehr gegeben. "Die Vertreter der Ortschaften können ihre Kontrollfunktion ohne diese Liste nicht ausüben. Wohin das Geld jetzt wann fließt, ist so nicht zu sagen", sagt Blank.

Nils Jacobs, Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung im Rathaus, verteidigt die Praxis der Stadt: "Eine detaillierte Gesamtliste mit allen Unterhaltungsmaßnahmen aus allen Ortschaften sprengt den Rahmen." Man könne einzelne, kleinere Maßnahmen nicht gegeneinander aufwerten.

Die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses hat gezeigt: Mit etwas mehr Kommunikation hätte man sich einigen Ärger sparen können.