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Hetze an der Risiko-Ampel in Stade

Daniel Obradovic am stark frequentierten Fußgänger-Überweg an der Wallstraße auf Höhe der Grundschule am Burggraben
 
Nach Daniel Obradovics Beobachtungen ist die grüne Ampelphase für Fußgänger zu kurz. Während die die Straße überqueren, drängen die ersten Autos in den Kreuzungsbereich bei der Grundschule (hi.)

Vater warnt vor Unfallgefahr an Fußgänger-Überweg vor Schule / Stadt und Polizei prüfen Beschwerde

tp. Stade. „Dies ist eine Gefahren-Ampel“, warnt WOCHENBLATT-Leser Daniel Obradovic (38) und zeigt mit besorgter Miene auf die Kreuzung Wallstraße, Gründelstraße, Kleine Beguinenstraße an der Grundschule am Burggraben in Stade. Nach seinen Beobachtungen ist die Grünphase für Fußgänger zeitlich zu knapp bemessen, sodass es dort schon häufig zu gefährlichen Situationen gekommen sein soll. Nachdem Beschwerden beim Ordnungsamt ins Leere liefen, wendet sich der Familienvater ans WOCHENBLATT.

Vor Ort: Daniel Obradovic drückt den Knopf der Bedarfsampel und schaut kritisch auf das Geschehen, als die Ampel Grün zeigt. Schon nach wenigen Sekunden springt das grüne Ampelmännchen wieder auf Rot um. Nun haben die Autos Grün und drängen von allen Seiten in den Kreuzungsbereich. Es befinden sich noch langsame Fußgänger wie alte Leute mit Gehhilfe und Eltern mit kleinen Kindern und Kinderwagen auf der Fahrbahn. Insbesondere Kinder würden durch die frühzeitig endende Grünphase irritiert und kehrten bei Rot auf halber Strecke wieder um, so Obradovics wiederholte Beobachtung.

Obradovic, dessen Tochter (9) die Grundschule besucht, macht sich Sorgen um die Sicherheit der Schulkinder. „Man mag sein Kind nicht ruhigen Gewissens unbegleitet über diese Kreuzung gehen lassen.“

Er kritisiert weitere Mängel: Sobald die Fahrer von Linienbussen mit einer besonderen Funkschaltung auf Grün schalten, um schneller über die Kreuzung zu kommen, verdoppele sich die Wartephase für Fußgänger auf rund zwei Minuten.
Zudem sei die Ampel an Sonntagen abgeschaltet: Fußgänger hätten das Nachsehen hinter Rasern, die in dem Bereich zum Teil mit rund 70 Stundenkilometern unterwegs seien. Erst kürzlich habe er seinen vierjährigen Sohn in letzter Sekunde vor einem rücksichtslosen Autofahrer in Sicherheit gebracht.

Obradovic beschwerte sich beim städtischen Ordnungsamt. Dort habe man auf das übergeordnete, computergesteuerte Verkehrsleitsystem verwiesen und keine Änderung für die Lage der Fußgänger in Aussicht gestellt. Als sich das WOCHENBLATT einschaltet, bietet die Stadt an, dass der Verkehrssicherheitsberater der Polizei Stade im Rahmen eines Verkehrsunterrichtes das Verhalten der Kinder bei dem Queren von Kreuzungen schult.

Bei der Stadt sieht man ansonsten keine besondere Gefahrenlage: Die Kreuzung sei in den vergangenen zehn Jahren kein Unfallschwerpunkt gewesen. Die sogenannte Freigabezeit (Grün für Fußgänger) für die Querung der neun Meter breiten Wallstraße betrage sechs Sekunden im Tages- und sieben Sekunden im Morgen- und Abendprogramm. Insgesamt stehe dem Fußgänger bis zum Grün der Autofahrer dann 15 bzw. 16 Sekunden zur Verfügung - damit liege der Wert im Rahmen der Vorschriften. Die Verantwortlichen sehen keinen Anlass, die Schaltung zugunsten der Fußgänger zu ändern.

Für Daniel Obradovic bleibt die Kreuzung eine Gefahrenstelle: Die Reaktion der Stadt empfindet er als „ignorant“.