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Himmelpforten: Kündigung nach Rathaus-Skandal

"Betriebsfrieden war gestört": Ute Kück, Erste Samtgemeinderätin Foto: tp

Personalratsvorsitzender muss gehen / "Vertrauen zerrüttet"

tp. Himmelpforten. Die Leitung der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten zieht personelle Konsequenzen aus dem Rathausskandal, der nach einer Hausdurchsuchung am Rosenmontag, 27. Februar, hohe Wellen schlug. Die Verwaltungsspitze hat einem Mitarbeiter, dem bisherigen Personalratsvorsitzenden Frank S.*, in der vergangenen Woche mit sofortiger Wirkung gekündigt.

Zur Begründung heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Ersten Samtgemeinderätin Ute Kück und des neuen Personalratsvorsitzenden Wolfgang Traut: "Das Auftreten von Herrn S. gegenüber den für die Samtgemeinde arbeitenden Menschen war nicht mehr tragbar." Der Betriebsfrieden sei "massiv gestört" gewesen. Gegenüber dem WOCHENBLATT spricht Ute Kück von einem "zerrütteten Vertrauensverhältnis".

Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einer von Frank S. erstatteten Strafanzeige gegen Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke und sieben weitere beschuldigte Verwaltungsmitarbeiter. Außer der Beschlagnahmung von Akten während der überraschenden Rathaus-Razzia wurden bislang wenige Details über den Fall bekannt. Dem Vernehmen nach soll es um dienstliche Verfehlungen - möglicherweise bei der Abrechnung von Fördermitteln - gehen.

Die Verwaltung hat ihrerseits Strafanzeige wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und wegen Verleumdung gegen den Rathaus-Angestellten erstattet.

Ute Kück stellt sich auf einen längeren, mindestens einige Monate dauernden Rechtsstreit ein. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Verden gegen Holger Falcke und seine sieben Mitarbeiter dauern an.

Bislang hat der entlassene Verwaltungsmann laut Ute Kück noch keine Kündigungsklage eingereicht.
*Name der Redaktion bekannt