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Im Speckgürtel lebt es sich besser: Kreis Harburg liegt beim Ranking zur Lebensqualität deutlich vor dem Kreis Stade

Die beiden Grafiken zeigen, in welchen Bereichen die Landkreise Harburg und Stade in dem bundesweiten Ranking jeweils deutlich bessere Plätze als der Nachbarkreis belegen. Links ist dargestellt, wo der Kreis Harburg seine Stärken hat, rechts ist zu sehen, wo die Stader die Nase vorn haben Quelle: Prognos Grafik:MSR
(jd). Im Landkreis Harburg lebt es sich offenbar besser als im Nachbarkreis Stade: Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Studie, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag des ZDF vorgenommen hat. Für die Untersuchung, die in dieser Woche vorgestellt wurde, hat Prognos die 401 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland in Bezug auf die Lebensqualität unter die Lupe genommen. Unter der Fragestellung "Wo lebt es sich am besten in Deutschland?" wurden statistische Daten nach objektiv messbaren Kriterien ausgewertet, um so eine Rangliste zu erhalten. Diese "Deutschland-Studie" bietet als erste Erhebung dieser Art ein Ranking sämtlicher Regionen. Dabei liegt der Kreis Harburg mit Platz 188 deutlich vor dem Kreis Stade, der es nur auf Rang 295 schafft.

Nur auf Niedersachsen bezogen, liegt der Kreis Harburg sogar an vierter Stelle. Bessere Lebensumstände als im Hamburger Speckgürtel können nur die drei Städte Braunschweig, Wolfsburg und Oldenburg vorweisen. Im Niedersachsen-Ranking schaffen es die Stader gerade noch in das erste Drittel - mit Platz 15 von 45. Die Nachbarn aus Cuxhaven und Rotenburg schneiden mit Rang 19 bzw. 29 schlechter ab. Für die Studie haben die Prognos-Forscher Datenmaterial aus frei zugänglichen Quellen herangezogen und den drei Lebensbereichen "Arbeit und Wohnen", "Gesundheit und Sicherheit" sowie "Freizeit und Natur zugeordnet.

Gerade im Bereich "Arbeit und Wohnen" konnte der Landkreis Harburg punkten und liegt hier deutschlandweit auf Rang 20 (Kreis Stade: Rang 190). Bemerkenswert ist das schlechte Abschneiden beider Landkreise bei "Freizeit und Natur": Harburg und Stade landen mit den Plätzen 331 und 333 ziemlich weit hinten. Das erscheint angesichts der landschaftlichen Vorzüge beider Landkreise - man denke nur an das Alte Land oder die Harburger Berge - verwunderlich, doch in die Betrachtung sind auch Freizeit-Faktoren wie die Bar- und Restaurantdichte einbezogen worden - und da sieht es sowohl im Kreis Stade (Platz 350) als auch in Kreis Harburg (Platz 387) recht trübselig aus.

Damit haben die Gemeinsamkeiten zwischen den zwei Landkreisen aber auch schon ein Ende. Schaut man bei den 53 einzelnen Indikatoren aus den drei großen Teilbereichen genauer hin, wird schnell deutlich, warum der Landkreis Harburg die Nase vorn hat. Bei fast allen ausgewerteten Daten zu den Rahmenbedingungen für ein glückliches und zufriedenes Leben rangieren Nordheide und Elbmarsch oft mehr als 100 Plätze vor der Stader Geest, Kehdingen und dem Alten Land.

Diese zum Teil deutlichen Unterschiede gibt es beispielsweise bei den Hartz IV-Empfängern (Harburg: Platz 141, Stade: Platz 279), beim Einkommensunterschied von Frauen bei gleicher Arbeit wie ihre männliche Kollegen (Harburg: Platz 90, Stade: Platz 287) oder bei der Ganztagsbetreuungsquote im Kindergartenalter (Harburg: Platz 224, Stade: 305). Erheblich ist ist das Gefälle zwischen beiden Landkreisen auch in Sachen Finanzen: Wer in Buchholz, Bendestorf oder Seevetal wohnt, hat offenbar erheblich mehr Geld im Portmonee als ein Stader, Buxtehuder oder Harsefelder: Der Keis Harburg liegt auf Platz 18 und gehört damit zu den reichsten Regionen im Land, während der Kreis Stade nur Platz 91 erreicht.


Da dürfen die Stader schon stolz sein, dass sie es wenigstens in ein paar Bereichen schaffen, ihre Nachbarn zu übertreffen: Das ist etwa bei der Sicherheit der Fall, wo der Landkreis Harburg mit Platz 400 Vorletzter hinter Schlusslicht Dortmund ist. Zum Vergleich: Der Kreis Stade nimmt hier Rang 295 ein. Oder um ein erfreulicheres Beispiel zu nennen: Bei den Eheschließungen schafft es der Kreis Stade auf einen beachtlichen 38. Platz, während der Kreis Harburg nur auf Rang 138 kommt.