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"Karawane": Super-Gau für Eltern vorerst abgewendet

Der Einsatz der „Karawane“-Kinder hat sich gelohnt
bc. Stade. Berufstätige Eltern können ein Lied davon singen, wie schwer es ist, die Betreuung ihrer Sprösslinge über den Tag zu organisieren. Für Mütter und Väter von behinderten Kindern ist die Bewältigung des Alltags ungleich schwieriger. Am Montag hat der Kreistag eine Entscheidung getroffen, um diesen Eltern eine Zentnerlast von den Schultern zu nehmen.

Denn wenn im September die „Karawane“ der Lebenshilfe Stade - die einzige hortähnliche Einrichtung im Landkreis, in der Kinder und Jugendliche mit Behinderungen nach Schulschluss betreut werden, geschlossen worden wäre (wie berichtet), wäre das für viele Eltern, darunter einige Alleinerziehende, der Super-Gau gewesen. Sie hätten ihren Job aufgeben müssen.

Jetzt hat die Politik im Landkreis das unmissverständliche Signal gegeben, die „Karawane“ zu retten. Ca. 40.000 Euro beträgt das Defizit in diesem Jahr. Der Landkreis soll das Minus ausgleichen, da die Elternbeiträge (322 Euro pro Monat) und das Geld aus der Pflegekasse die Kosten nicht mehr decken. Einen Beschluss kann der Kreistag erst im Oktober treffen, da vorher der Fachausschuss beteiligt werden muss.

„Es gibt keine Alternative zur ‚Karawane‘“, sagte Uwe Arndt, Fraktionschef der Freien Wähler. „Wir gehen mit einem guten Gefühl aus der Sitzung“, so Jana Krone, Abteilungsleiterin bei der Lebenshilfe.

Ziel müsse aber die dauerhafte Sicherstellung der „Karawane“ sein. Wie die Finanzierung über das Jahresende hinaus aussehen soll, wollen die Politiker an einem runden Tisch diskutieren. „Wir brauchen einen gesicherten Zuschuss in Kombination mit Elternbeiträgen“, sagte Lebenshilfe-Geschäftsführer Niko Lampio.

Das Schlusswort gehörte Irma Tiessen-Franke, Mutter einer 18-jährigen Tochter: „Meine Tochter trifft in der ‚Karawane‘ ihre Freunde. Es ist so schön zu sehen, dass sie dort am Leben teilhaben kann.“