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Kein Investor für Parkhaus in Stade

Auf dem Platz neben dem neuen Einkaufszentrum soll ein Parkhaus entstehen. Wann, ist weiter offen

Zweiter Rückschlag bei Ausschreibung für Groß-Garage in der City / Politik berät geheim Alternativen

tp. Stade. Kein Investor gefunden: Bei der Stadtverwaltung in Stade hatte man sich wohl gewünscht, diese Nachricht nie an die Öffentlichkeit geben zu müssen. Doch nun ist amtlich, was Skeptiker angesichts der zähen, monatelang weitgehend hinter verschlossenen Türen geführten Verhandlungen um den Bau des längst überfälligen Parkhauses an der Stockhausstraße geahnt hatten: Die Stadt hat auf Beschluss des Verwaltungsausschusses das Vergabeverfahren zum Bau der City-Großgarage mit knapp 600 Pkw-Stellplätzen eingestellt.

Es ist der zweite Rückschlag: Wie das WOCHENBLATT berichtete, musste die Stadt im Frühjahr den Parkhausbau national ausschreiben, nachdem eine europaweite Ausschreibung gefloppt war.

Nach Angaben der Stadt bekundeten schließlich sechs Unternehmen ihr Interesse an dem Vorhaben. Doch lediglich ein Bieter habe ein Angebot gemacht. Die Stadt habe dieses Angebot nicht angenommen und das Verfahren förmlich aufgehoben. Ein überteuertes Angebot sei jedoch nicht der Grund für die Entscheidung, sagen Stadtbaurat Lars Kolk und Bürgermeisterin Silvia Nieber unisono.

Dass eine EU-Vergabe für eine Kommune erfolglos verlaufe, "damit sind wir nicht alleine und es liegt nicht an uns", so Bürgermeisterin Nieber. Sie verweist auf die gesättigte Marktlage in der Baubranche. Stadtbaurat Kolk ergänzt: Zurzeit können sich die Baufirmen die Aufträge aussuchen und schreckten vor vergleichsweise komplizierten Projekten wie dem Stader Parkhaus mit "schwieriger Geometrie" zurück. Anspruchsvoll sei zudem, dass das Parkhaus an das im Bau befindliche Kaufhaus Neuer Pferdemarkt angebaut werden solle, so Kolk, der damit nur eine bereits bekannte Erklärung wiederholt.

Die Ratspolitik ist seit dem vergangenen Montagabend offiziell über die Lage informiert. Lars Kolk wollte den Rest der Woche für Gespräche mit den Fraktionen nutzen und den Mitgliedern "Alternativen unterbreiten". Als eine von vielen Möglichkeiten führt er die Vergabe des Bauprojektes an einen System-Anbieter an, der Parkhäuser nach einem Baukasten-Prinzip errichtet. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen soll am Montagabend, 25. September, im Stadtrat fallen. Die Beratung über das Millionen-Projekt wird aus Gründen der Vertraulichkeit im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung geführt.

Ebenso wie zu den Kosten machen Stadtbaurat und Bürgermeisterin keine Angaben zum Zeitrahmen. Nur so viel von Silvia Nieber: "Es wäre schön, wenn das Parkhaus schon stünde. Und irgendwann steht da auch eins."

Für die Stader Verwaltungsspitze stehen angesichts des Terminverzugs weitere schwierige Gespräche mit dem Kaufhaus-Investor "Matrix" bevor. Dem Unternehmen gegenüber hatte sich die Stadt vertraglich verpflichtet, die auch für Kunden vorgesehene Großgarage zum Dezember 2017 - etwa zeitgleich mit dem Einkaufsparadies am Pferdemarkt - fertigzustellen. Lars Kolk gibt sich noch zuversichtlich, eine Verständigung zu erzielen. Kritische Beobachter sehen schon Regress-Forderungen auf die Stadt zukommen.