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Kein Platz zum Trauern in Stade-Wiepenkathen

Der Friedhof ist stellenweise zu eng für Rollator-Nutzer, klagt Witwe Christiane Brunkhorst

Weg zum Grab versperrt: Rollator-Nutzerin Christiane Brunkhorst (49) ist sauer auf die Stadt

tp. Wiepenkathen. Immer mehr Hinterbliebene wählen ein kleines und pflegeleichtes Urnengrab als letzte Ruhestätte für ihre geliebten Verstorbenen. Mit der Kehrseite des Bestattungstrends wurde jetzt die gehbehinderte Witwe Christiane Brunkhorst (49) aus der Stader Ortschaft Wiepenkathen konfrontiert. Entgegen ihrer Erwartung legte die Friedhofsverwaltung jetzt ein frisches Urnengrab direkt neben das ihres verstorbenen Ehemannes Jürgen Brunkhorst (55†). Nun ist es dort so eng, dass sich die auf einen Gehhilfe angewiesene Rentnerin nicht mehr mit ihrem Rollator direkt vor das Grab stellen kann, sondern einige Schritte schräg davor und daher nach eigenem Empfinden keinen würdigen Platz zum Trauern hat.

Nach dem Tod ihres Mannes im Juni 2017 folgte sie dessen zu Lebzeiten geäußerten Wunsch nach einer Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung und suchte sich bei einem Ortstermin mit einem Mitarbeiter der Kommunalen Betriebe Stade (KBS) gezielt ein kleines Grabgrundstück in Randlage des Friedhofes. Zwar machte sie den Mitarbeiter nach eigenen Angaben nicht ausdrücklich auf ihren besonderen Platzbedarf aufmerksam, meint aber, man hätte sie zumindest auf weitere mögliche Grabstätten auf dem engen Areal hinweisen müssen. Außerdem hätte der KBS-Mitarbeiter die gesundheitliche Ausnahmesituation erkennen müssen, meint die Witwe: „Beim Besichtigungstermin hatte ich meinen Rollator dabei.“

„Dann wäre mir die negative Überraschung erspart geblieben“, sagt Christiane Brunkhorst. Denn für sie völlig unerwartet erblickte sie am Dienstag vergangener Woche beim Friedhofsbesuch das frisch vorbereitete Urnengrab. Am Donnerstag darauf hatte der Friedhofsgärtner bereits eine kleine Hecke gepflanzt. Inzwischen ist das Grab mit einer Urne belegt.

Als sich das WOCHENBLATT einschaltete, bemühten sich die Ortschafts- und Stadtverwaltung um eine Lösung und boten Christiane Brunkhorst an, das Urnengrab ihres Manne an eine leichter zugängliche Stelle zu verlegen. Doch nach reiflichem Überlegen und Beratung mit ihren Kindern lehnte sie eine Umbettung aus religiösen Gründen ab: „Ich bin ein gläubiger Mensch und möchte die Totenruhe nicht stören.“ Über das Dilemma ist die Witwe buchstäblich todunglücklich.