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Keine Wasservillen auf dem Burggraben in Stade

Handschlag: "Ich nehme die Einwände des Anglervereins ernst", sagt Markus Albrecht (re.). Er traf die Sportfischer (v. li.) Günter Hink, Volker Knies (Vorsitzender) und Hubert Hattko bei einer geplanten Protestaktion am Burggraben. Die Männer diskutierten vor Ort auch über die Wassergüte

Schwimm-Hotels am umstrittenen Standort sind passee / Zurück zum Holzhafen?

tp. Stade. Das Hotel-Projekt "Wasservillen" auf dem historischen Burggraben in Stade ist passee. Das gibt Initiator Markus Albrecht gegenüber dem WOCHENBLATT bekannt. Noch am Dienstag hatten sich Protestler Reinhard Pohl und Mitglieder des Stader Anglervereins am Burggraben versammelt, um Transparente gegen das umstrittene Bauvorhaben auf dem historischen Gewässer, das mehreren Fischarten als Laichstätte dient, aufzuhängen.
Doch zwischenzeitlich hatte sich die Sachlage geändert. Die Verwaltung der Stadt mit Bürgermeisterin Silvia Nieber an der Spitze hatte sich darauf geeinigt, den von Investor Albrecht und Partnern angepeilten Standort für die schwimmenden Urlauberunterkünfte zu verwerfen.
Die von der Stadt vorgeschlagene Wasserfläche gegenüber „Kaufland“ war wegen möglichen Platzmangels sowie der von Gegnern befürchteten Beeinträchtigung der Natur und des Stadtbildes zunehmend unter Beschuss geraten.
Burggraben-Anwohner Reinhard Pohl sammelte 781 Unterschriften, davon 140 vom Anglerverein. Mit Mitstreitern wollte er am Dienstagnachmittag noch zwei zehn Meter lange Transparente gegen die Wasservillen aufhängen. Das war nicht mehr nötig: "Hier wird definitiv nichts mehr gemacht", versicherte Markus Albrecht, der kurz vorher von der Aktion gehört hatte und spontan zu dem Treffen hinzukam, den Gegnern. "Ich nehme die Einwände des Anglervereins ernst." Vor Ort diskutierte er mit den Sportfischern über die Wassergüte im Burggraben.
"Die Wende kam überraschend", sagt Aktivist Reinhard Pohl. "Ich werte das Ergebnis als Erfolg meiner Bemühungen."
Dennoch: "Die Vision bleibt", sagt Markus Albrecht. Er wolle nun noch einmal den ursprünglich gemeinsam mit der Stadt anvisierten Standort am Stader Holzhafen prüfen. Dieser Platz war aus wasserbaulichen Gründen aufgegeben worden. Albrecht hat zudem begonnen, seine Fühler in andere Städte auszustrecken.