Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Kreishaus-Erweiterung ab Sommer

Das Kreishaus (hinten li.) mit der für den Neubau vorgesehenen Erweiterungsfläche (re.), die derzeit als Parkplatz dient

Bewerber für Zehn-Millionen-Projekt in enger Auswahl / Neue Perspektive für altes Staatsarchiv in Stade

tp. Stade. Eines der wichtigsten öffentlichen Bauprojekte in der Region steht kurz vor dem Start: der Erweiterungsbau des Kreishauses am Platz "Am Sande" in der Stader Innenstadt. In wenigen Monaten soll der Bau beginnen. Zwischenzeitlich zeichnen sich auch neue Entwicklungen für das benachbarte, seit rund einem Jahr leerstehende, alte niedersächsische Staatsarchiv ab. Das Land hat die Immobilie als entbehrlich erklärt. Ein Abriss zugunsten einer geplanten weiteren Expansion der Kreisverwaltung kommt nun zumindest in Betracht.

In dem vom Landkreis ausgeschriebenen öffentlichen Teilnahmewettbewerb für die Kreishaus-Expansion hat die Verwaltung laut Kreis-Baurat Hans-Hermann Bode inzwischen ein halbes Dutzend Bewerber in die engere Vorauswahl genommen. Die Angebote werden derzeit unter den Gesichtspunkten Wirtschaftlichkeit, architektonische Qualität und Funktionalität miteinander verglichen. Den Vergabevorschlag an einen Favoriten soll der Kreis-Bauausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung am Dienstag, 21. April, fassen. Den endgültigen Zuschlag erteilt der Kreistag voraussichtlich auf der Sitzung im Mai.

"Im Sommer kann der Bau beginnen", so Hermann Bode. In rund zweijähriger Bauzeit soll der Bauträger für einen Festpreis von ca. 10 Millionen Euro einen nach vorläufigen Entwürfen winkelförmigen, drei- bis vierstöckigen Verwaltungsneubau errichten. Das Gebäude entsteht auf dem jetzigen Parkplatz zwischen Kreishaus und Umweltamt. Die beiden Altbauten und der Neubau werden mit überdachten gläsernen Fußgängerbrücken miteinander verbunden.

Bei dem Projekt berücksichtigt der Landkreis diverse Vorschriften aus der Gestaltungssatzung der Stadt Stade für die Altstadt. Demnach bekommt der Neubau eine Klinkerfassade mit vielen Fenstern, ähnlich dem jetzigen Kreishaus, und ein flach geneigtes Dach.

Der Neubau wird u.a. 120 Büros, einen Infobereich am Eingang, einen Sitzungssaal sowie im Untergeschoss 20 Pkw-Stellplätze für Besucher und Schwerbehinderte beherbergen. In das Gebäude werden die jetzt noch an der Großen Schmiedestraße untergebrachte Rechtsabteilung, die Gebäudewirtschaft, das Veterinäramt und die Abfallbehörde untergebracht.

Gegen Zahlung eines Geldbetrages hat der Kreis kürzlich Nutzungsrecht für eine Fläche zur Lagerung der Baustelleneinrichtung sowie das Wegerecht für eine mit Schranken verschlossene Grundstücks-Zufahrt erworben.

Der Landkreis hegt weitere Konzentrationspläne "Am Sande": Langfristig soll das Kreis-Jugendamt aus den gemieteten städtischen Räumen in Ottenbeck in die Innenstadt verlegt werden. Dafür hat der Kreis das Landes-Grundstück mit dem Ex-Staatsarchiv ins Visier genommen. Das Vorhaben werde allerdings "nicht um jeden Preis" verfolgt, so Bode. Nach anfänglicher Funkstille hätten der Kreis und das Land unterdessen zumindest eine konstruktive Gesprächsebene erreicht.