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Kritik am neuen Parkkonzept in Stade

Parkende Autos stören das Stadtbild am Hafen
 
Wolfgang Drusell, Chef von "Stade aktuell"

"Stade aktuell" beklagt Kostenanstieg / Idee: ein Tag frei parken / Alternative Nutzung für Hafenareal gefordert

tp. Stade. "Wir sind froh, dass in unserer Stadt die politischen Diskussionen um die Parkraumbewirtschaftung weitgehend einmütig geführt werden", sagt Wolfgang Drusell, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft "Stade aktuell", nachdem der Verkehrsausschuss jetzt das von der Verwaltung erstellte Parkraumbewirtschaftungskonzept einstimmig auf den Weg brachte. Es enthält, wie berichtet, viele Vereinfachungen und Verbesserungen wie fünf Parkzonen und eine Stunde frei parken in City-Parkhäusern am Sande und an der Stockhausstraße (im Bau), die von "Stade aktuell" begrüßt werden. Dennoch will die Werbegemeinschaft am Donnerstag, 26. Januar, der Stadtverwaltung in einem Gespräch Kritik und Anregungen vortragen.

Zum neuen Konzept gehört:
• Ausgewählte Parkplätze - etwa am Burggraben - sind zwei Stunden kostenlos. Gratis bleiben auch die Stellplätze am Kino und am Stadeum.
• Die Parkplätze in der Palette am Bahnhof sind relativ günstig (50 Cent pro Stunde). Das Treppenhaus und die Lichtanlage werden erneuert.
• Die Garage am Sande und am Pferdemarkt sollen durchgängig geöffnet und mit Kameras und durch einen Sicherheitsdienst bewacht werden.
• Am Sande kann man nachts, 21 bis 7 Uhr, pauschal für zwei Euro parken.
• Noch in der Diskussion ist die Installation eines klassischen Parkleitsystems, das mit mindestens 400.000 Euro zu Buche schlägt.
• Die Regelung, werktags nach 16 Uhr sowie an Samstagen kostenfrei in der Innenstadt zu parken, fällt weg.

In Stade habe es fast 40 Jahre Diskussionen um eine Stunde freies Parken gegeben, die die Kaufmannschaft vehement forderte, so Drusell, und nun endlich vor dem Umsetzung stehe. Bei "Stade aktuell" sei man auch mit den weiteren Neuerungen grundsätzlich zufrieden, bemängelt aber den allgemeinen Kostenanstieg für das Parken in der City.

Weiter stößt bei der Werbegemeinschaft der Wegfall des Gratis-Parkens am Samstag sowie werktags nach 16 Uhr. Drusells Vorstoß: "Warum nicht einen ganzen Sondertag in der Woche frei parken?"

Weiter hält es die Kaufmannschaft für sinnvoll, das private "Kaufland"-Parkhaus in das Konzept mit einzubeziehen. "Stade aktuell" schlägt zudem vor, dass die Nachtpauschale bereits ab 20 Uhr beginnt.

Das Parkleitsystem soll auf den Prüfstand. Drusell: "Hier gibt es zeitgemäßere und günstigere Lösungen." Viele Autofahrer würden sich anhand spezieller Smartphone-Apps bei der Parkplatzsuche orientieren.

Die Kaufleute wollen ein modernes Bonus-System zur Parkkostenvergünstigung für ihre Kunden konzipieren. Alles in allem, so Drusell, komme es darauf an, in Zeiten wachsender Konkurrenz durch Internethandel die Einkaufs-City attraktiv zu halten. Dazu gehöre auch die Umgestaltung des Stadthafens. Die Fläche in maritimer Umgebung ist zu Drusells Bedauern mit Pkw und Bussen zugeparkt. Auch der Grüne im Ausschuss, Tobias Archut, findet: "Hier gibt es bessere Nutzungsmöglichkeiten. Andere Städte machen das vor."

Kommentar: "Bitte weiter vereinfachen"

Endlich bringt die Stadtverwaltung Licht in den Gebührendschungel und feilt an einem Parkraumbewirtschaftskonzept. Doch insbesondere für nichts ortskundige Autofahrer scheint das System noch immer zu unübersichtlich. Woher soll ein Fremder wissen, ob er sich gerade in einer Gratis- oder gebührenpflichtigen Zone befindet? Weiter sind Komplikationen in Zone 3 zu erwarten, wo nach der Höchstparkdauer von zwei Stunden das Shopping-Vergnügen durch die Parkuhr jäh unterbrochen wird. Also, bitte weiter vereinfachen. Thorsten Penz