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Landkreis bereitet sich auf G9 vor: Schulausschuss stimmt Änderung der Schuleinzugsbereiche zu

Für G9 müssen zusätzliche Klassenzimmer geschaffen werden Foto: bim/Archiv
jd. Landkreis. Egal, ob Niedersachsen künftig von Rot-Grün oder Schwarz-Gelb regiert wird: An der Wiedereinführung des 13. Schuljahres an Gymnasium wird niemand rütteln. Der letzte G8-Jahrgang legt im Sommer 2019 die Abitur-Prüfung ab. 2021 gibt es dann erstmals das G9-Abi. Da die Schüler wieder ein Jahr länger am Gymnasium bleiben, erhöht sich auch der Raumbedarf. Doch die fünf allgemeinen Gymnasien im Landkreis Stade sind in von der Raumplanung bisher auf G8 ausgelegt gewesen. Mehr Klassenräume müssen daher geschaffen werden. An den drei Gymnasial-Standorten Stade, Buxtehude und Harsefeld wurden bereits die erforderlichen Planungen angeschoben. Durch Um- und Anbauten entstehen an den Schulen zusätzliche Räume. Nur in Harsefeld zeichnet sich keine schulinterne Lösung ab.

"Wir haben an die Samtgemeinde Harsefeld die Bitte gerichtet, dem Aue-Geest-Gymnasium Unterrichtsräume in der benachbarten Selma-Lagerlöf-Oberschule zur Verfügung zu stellen", erklärt der Erste Kreisrat Eckart Lantz, dem das Schuldezernat untersteht. Wie berichtet, sträubt sich die Oberschule dagegen, Räume abzugeben. Die Gemeinde hatte bereits signalisiert, dem Wunsch des Landkreises zu entsprechen, sofern die Politik grünes Licht gibt. Das führte zu heftiger Kritik seitens der Oberschul-Leitung: Der Verwaltungsspitze um Rathauschef Rainer Schlichtmann wurde vorgeworfen, die Belange der Oberschule nicht zu berücksichtigen. Derzeit laufen Gespräche, ob sich doch noch eine einvernehmliche Lösung finden lässt.

"Der Inhalt dieser Gespräche ist mir nicht bekannt", teilte Lantz jetzt im Kreis-Schulausschuss mit. Er betonte nochmals, dass der Landkreis den gymnasialen Schulstandort Harsefeld stärken wolle. Erreicht werden soll das mit einer durchgehenden Fünfzügigkeit bis in die Oberstufe. Die zusätzlichen Schüler, die für fünf Klassen pro Jahrgangsstufe nötig sind, kommen ab dem Schuljahr 2018/19 aus der Grundschule Bliedersdorf/Nottensdorf. Eine entsprechende Änderung der Schulbezirkssatzung hat der Kreis-Schulausschuss jetzt einstimmig beschlossen. Die betreffenden Kinder werden ab der 5. Klasse aufsteigend dann im Harsefelder Gymnasium statt in Buxtehude beschult.

Im Vorfeld hatte der Landkreis die betroffenen Elternräte und die Samtgemeinde Horneburg um eine Stellungnahme gebeten: Aus dem Horneburger Rathaus wurde mitgeteilt, dass der künftige Wechsel der Bliedersdorf-Nottensdorfer Grundschüler nach Harsefeld von der Elternschaft sehr kontrovers diskutiert worden sein. Aus Sicht der Samtgemeinde gebe es aber keine Gründe, die dagegen sprechen würden. Die Horneburger pochen allerdings auf die Zusage, dass Härtefallregelungen greifen. Dabei geht es vor allem um Geschwisterkinder. Auch der Elternrat des Buxtehuder Halepaghenschule, aus deren Einzugsgebiet Bliedersdorf und Nottensdorf gestrichen werden, hat grünes Licht gegeben: Es handele sich um eine "moderate" Umstrukturierung. So sieht es auch der Kreiselternrat. (


"Im Rahmen der Erwartungen"

Bereits zu Beginn dieses Schuljahres wurden im Alten Land die Schulbezirke umstrukturiert: Die Grundschüler aus Hollern-Twielenfleth und Steinkirchen besuchen nach der 4. Klasse jetzt das Stader Vincent-Lübeck-Gymnasium (VLG) statt des Athenaeums. Zwischen den beiden Stader Schulen war ein Ungleichgewicht hinsichtlich der Schülerzahlen entstanden. Obwohl am VLG mehr Raumkapazitäten zur Verfügung stehen, hatte es weniger Schüler als das "Athe". Nach dem Neuzuschnitt der Schulbezirke weisen beide Gymnasium wieder eine ähnliche Größe auf.

Nach Auskunft von Lantz ist das VLG in diesem Jahr mit einer sechszügigen fünften Klassenstufe gestartet, im "Athe" und im AGG sind die fünften Klassen jeweils fünfzügig. "Damit liegen die Neuzugänge an allen drei Gymnasien in der Trägerschaft des Landkreises im Rahmen unserer Erwartungen", so der Kreisrat.