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Landkreis Stade: Donnerstag kommen die nächsten 150 Flüchtlinge

Landrat Michael Roesberg
(bc). Der Flüchtlingszustrom hält an. Am Montag sind weitere 152 Flüchtlinge am Kreishaus in Stade angekommen. Im Rahmen der Amtshilfeersuchen des Landes hat der Kreis in den vergangenen knapp drei Wochen nun schon 922 Menschen zugewiesen bekommen, die überwiegend aus den Bürgerkriegsgebieten Syriens, Afghanistans und dem Irak stammen. Für Donnerstag hat das Innenministerium die Ankunft der nächsten 150 Flüchtlinge in Stade angekündigt.

Dass die Notunterkünfte in den drei Turnhallen des Landkreises in Stade erst jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, liegt daran, dass viele Flüchtlinge auf eigene Faust weiterreisen. „Zum Beispiel zu Verwandten andernorts oder in Nachbarstaaten“, sagt Kreissprecher Christian Schmidt.

Von den 152 Neuankömmlingen ließen sich am Montag nur 83 erfassen und erhielten eine provisorisch erstellte „Bescheinigung über die Meldung als Asylbewerber“. Die am Montag erfassten Flüchtlinge stammten aus Afghanistan (28), Syrien und dem Irak (jeweils 27) sowie aus Algerien (1).

Insgesamt sind derzeit 449 Plätze in den drei Hallen belegt (Stand Montag). An der BBS III hat der Landkreis 450 Plätze geschaffen, an der Friedrich-Fröbel-Schule sind es 150 (das WOCHENBLATT berichtete). Die Kreisverwaltung ist vom Land dazu angehalten, insgesamt 750 Plätze in Notunterkünften bereitzustellen. Fehlen also noch 150. Geplant ist eine Erweiterung der Kapazität in den Hallen der Berufsschule mittels Doppelstockbetten.

Ob die Flüchtlinge tatsächlich schon nach fünf Wochen - also nach Angaben der Kreisverwaltung bis zum 26. November - aus dem Landkreis Stade in eine Erstaufnahmeeinrichtung gebracht werden, wie es das Land schriftlich angekündigt hatte, sei bisher nicht vom Innenministerium bestätigt, so die beim Landkreis für Flüchtlinge zuständige Dezernentin Nicole Streitz am Montag.

Unterdessen haben sich Einschätzungen des Berliner Robert Koch-Instituts auch in Stade bestätigt: Durch die Flüchtlinge ist nicht mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko zu rechnen. Der Leiter des Stader Kreisgesundheitsamtes, Dr. Gerhard Pallasch: „Im Landkreis werden die Flüchtlinge bei Ankunft sofort nach Symptomen für ansteckende Krankheiten untersucht.“

Ob möglicherweise weitere Turnhallen im Kreisgebiet geblockt oder andere Immobilien als Notunterkünfte angemietet werden müssen, wird derzeit vom Landkreis nicht bestätigt.