Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Landkreis Stade will sich endlich von seinen Altlasten befreien

Landrat Michael Roesberg (li.) und 1. Kreisrat Eckhart Lantz mit dem mehr als 500 Seiten umfassenden Haushaltsentwurf
 
Am 15. Dezember sollen die Kreistagspolitiker den Haushalt nach Möglichkeit absegnen
bc. Stade. Konsolidierung in kleinen Etappen: Bis 2018 will sich die Landkreisverwaltung in Stade von ihren Altlasten befreien. Ziel ist die schwarze Null. Noch steht der Kreis zum Jahresende mit 17,5 Millionen Euro in den Miesen. Zur Erinnerung: 2006 wies der Kreishaushalt einen Fehlbetrag von satten 58,6 Mio. Euro aus.

Am Montag stellte Landrat Michael Roesberg den aktuellen Haushaltsentwurf für das Jahr 2015 im Kreistag vor. Seine Sicht der Dinge: „Uns steht seit vielen Jahren das Wasser bis zum Hals, aber wir tauchen jedes Jahr ein bisschen mehr auf.“ Für das kommende Jahr sind Ausgaben von 258,8 Mio. Euro vorgesehen. Unterm Strich bleibt dabei aufs Jahr gesehen ein Ergebnisplus von 2,5 Mio. Euro. Roesberg: „Mit dem Überschuss wollen wir das Defizit weiter abbauen.“

Ob der Kreis tatsächlich in vier Jahren ein ausgeglichenes Zahlenwerk vorlegen kann, hängt jedoch stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Die Frage lautet: Fließen die Steuern und die davon abhängige Umlage der Städte und Gemeinden an den Kreis in dem Umfang, wie sie prognostiziert sind? „Die Annahme steigender Steuererträge ist natürlich ein Risiko, zumal sich derzeit eine Eintrübung der Konjunktur andeutet“, sagt Roesberg.

Trotz der unsicheren Lage will der Landrat die Senkung der Kreisumlage um ein Jahr vorziehen - von 53 auf 52,5 Prozentpunkte. Geplante Erträge für Roesbergs Verwaltung: rund 99 Mio. Euro - dank der zuletzt guten Steuereinnahmen vier Mio. Euro mehr als 2014.

Die Gesamtverschuldung des Landkreises wird gemäß Erwartung Ende des Jahres 148 Mio. Euro betragen - ein Rückgang von neun Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Nichtsdestotrotz steigen die Kredite für Investitionen. „Unsere Netto-Neuverschuldung beträgt 5,9 Mio. Euro“, erklärt Roesberg. In seinem Prüfbericht wies der Landesrechnungshof darauf hin, dass die investiven Schulden des Landkreises Stade über dem Landesdurchschnitt liegen. Zuletzt hatte der Kreis viel Geld in den Schulbau gepumpt.

Landrat Roesberg machte zudem auf die gestiegenen Kosten für die wachsende Zahl der Flüchtlinge aufmerksam. Der Kreis plant in dem Bereich Mehrkosten von vier Mio. Euro ein. Gesamtkosten: 7,5 Mio. Euro. „Der deutschlandweite Aufschrei der Kommunen ist völlig berechtigt“, so Roesberg.

Darüber hinaus entstünden dem Kreis gestiegene finanzielle Belastungen aufgrund von neuem Personal im Kreishaus. „Bei einer zu hohen Arbeitsbelastung der Mitarbeiter bricht die Servicequalität ein“, erläutert der Landrat.

Geld ausgeben will der Kreis auch für eine bessere Breitband-Anbindung in vielen Dörfern und die energetische Sanierung der eigenen Gebäude. Die Sanierung der vielerorts maroden Straßen steht ebenfalls weit oben auf der Liste: „Hier haben wir in den vergangenen Jahren zu wenig investiert“, so Roesberg.

In den kommenden Wochen werden die Fraktionen und die politischen Ausschüsse den Entwurf intensiv diskutieren. Am 15. Dezember soll der Haushalt im Kreistag verabschiedet werden.

• Mit 48 Ja- zu zwei Nein-Stimmen ist der amtierende Erste Kreisrat Dr. Eckhart Lantz (42) aus Buxtehude für die kommenden acht Jahre wiedergewählt worden. Der promovierte Volkswirt ist verheiratet und hat zwei Kinder.