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Lühe: Es fehlen Krippen-Plätze

Kinderbetreuung ist derzeit ein großes Thema in der Samtgemeinde Lühe. Nicht nur über die Gebühren wird diskutiert, es fehlt auch an Krippenplätzen (Foto: lt/archiv)
lt. Lühe. Noch ist nichts entschieden, aber die geplante Gebühren-Erhöhung für die Kindergartenbetreuung in der Samtgemeinde Lühe ist noch nicht vom Tisch. Im letzten Sozialausschuss wurde mit knapper Mehrheit der CDU-Antrag angenommen, den Prozess voranzutreiben - dieses Mal aber sollen sich die Eltern mitgenommen fühlen, damit nicht noch einmal der gleiche Fehler passiere, so Sonja Zinke (CDU-Fraktionsmitglied).
Wie berichtet wurde der Tagesordnungspunkt bei der Samtgemeinderatssitzung im Juni von Samtgemeinde-Bürgermeister Michael Gosch gestrichen, weil zahlreiche Eltern heftige Kritik am Vorgehen der Verwaltung geäußert hatten und es laut Gosch "viele Missverständnisse und Unklarheiten gegeben habe".
Nicht durchsetzen konnte sich Reinhard Meyer-Schmeling (SPD) mit seinem Antrag, von der geplanten Gebührenanpassung abzusehen und abzuwarten, bis auf Landesebene eine Entscheidung über die generelle Kindergarten-Beitragsfreiheit gefallen sei. "Wir wollten mit dem Antrag ein Zeichen für die Eltern setzen", so Meyer Schmeling. Er plädierte für die Abschaffung der Betreuungsgebühren.
"Handlungsbedarf" aufgrund des größer werdenden finanziellen Defizits in der Samtgemeindekasse sieht dagegen Dirk Dehmel (CDU). Er sei "kein Typ zum Aussitzen" und verwies u.a. auf den Elternfreibetrag. Das Geld werde den Eltern nicht eins zu eins aus der Tasche gezogen, so Dehmel.
Festgelegt wurde, dass das Thema bei der nächsten öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses am Dienstag, 17. Oktober, wieder auf die Tagesordnung kommt. Ein Termin für ein von der Verwaltung vorgeschlagenes Treffen der Kuratorien, denen die Träger der Kindergärten und die Elternvertreter angehören, steht noch nicht fest. Die Verwaltung will im Rahmen des Treffens u.a. über die Haushaltssituation der Kindergärten informieren.
Reinhard Meyer-Schmeling hält es für Zeitverschwendung, dass die bereits bekannten Fakten noch einmal präsentiert werden. Ähnlich sah es auch Nihat Sagir, der für die Juko als beratendes Mitglied im Sozialausschuss sitzt. Er befürchtet, dass die Eltern am Ende trotzdem vor vollendete Tatsachen gestellt werden, es aber heiße, man habe diesmal das Ergebnis zusammen erarbeitet. Sagir kritisierte auch, dass bei dem Kuratoriumstreffen nur jeweils ein Elternteil pro Kindergarten vertreten sei und plädierte für eine offene Info-Veranstaltung.
Die Eltern, die an der Sitzung teilnahmen, machten in der Bürgerfragestunde am Ende ihrem Frust Luft. "Es ist deprimierend für Eltern, hier zu sein", so eine Mutter. Sie fühle sich nicht mitgenommen und habe nicht das Gefühl, dass die Eltern wirklich gehört werden. Die Masse werde wieder zurückgelassen.

Im Rahmen der Sitzung ging es auch um die Situation in den Kindergärten der Samtgemeinde Lühe. Sorgen bereitet Henrike Lühders vom Hauptamt der Samtgemeinde Lühe vor allem die Situation im Krippenbereich. Zum Start des neuen Kindergartenjahres mussten fünf Eltern an eine Tagesmutter verwiesen werden, weil es zu wenig Krippenplätze gibt, so Lühders. Für den 1. August 2018 seien bereits 27 Kinder für einen Krippenplatz angemeldet worden, freie Plätze gebe es aber keinen einzigen. Die Politik müsse an das Thema ran und dringend nach Lösungen suchen.