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Lühesand bleibt ohne Strand

Steine statt Strand: Das wird auf Lühesand wohl auch künftig so bleiben (Foto: lt)
lt. Lühesand. Eine grüne Insel, auf der Rehe, zahlreiche Vogelarten, Galloway-Rinder und natürlich Ferienhausbesitzer und Camper friedlich nebeneinander leben - Lühesand ist ein Kleinod in der Samtgemeinde Lühe. Das Eiland, das zu einem Drittel zur Gemeinde Steinkirchen und zu zwei Dritteln zur Gemeinde Hollern-Twielenfleth gehört, bietet seit Jahrzehnten die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen.
Bis in die 1970er Jahre gab es auf der Insel auch noch Strandabschnitte. Samtgemeinde-Bürgermeister Michael Gosch erinnert sich noch gut an tolle Badetage auf Lühesand, bevor das Wasserschifffahrtsamt die Ufer mit Steinen befestigt hat. "Seitdem gucken die Lühesand-Urlauber immer neidisch auf die andere Elbseite, wo es einen tollen Strand gibt", sagt Gosch.
Nicht nur er wünscht sich, dass es künftig wieder einen kleinen Badestrand an der Lühesander Süderelbe gibt. Zusammen mit der Hamburger Stiftung Lebensraum Elbe habe es schon vor einigen Jahren die Projektidee gegeben, neben dem Anleger einen Teil der Uferbefestigung wegzunehmen.
Doch das Projekt liegt derzeit auf Eis, berichtet Enno Meinusch von der Stiftung auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Das Wasserschifffahrtsamt habe derzeit nicht die Kapazitäten und auch die Stiftung habe genügend andere Projekte. Zudem sei es auch nie geplant gewesen, einen Badestrand zu etablieren, so Meinusch.
Ziel der Stiftung sei es, Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Im Fall von Lühesand hieße das, die künstliche Steinschüttung abzusenken, damit die Elbe wieder an der Insel "knabbern" könne.
Definitiv umgesetzt wird aber noch in dieser Saison eine andere Maßnahme: Die Samtgemeinde lässt eins der beiden Toilettenhäuschen auf der Insel neu bauen. Gesamtkosten: Knapp 30.000 Euro. Einen Zuschuss in Höhe von gut 18.000 Euro gibt es vom Amt für Regionale Landesentwicklung Lüneburg.
Offizieller "Eigentümer" von Lühesand ist übrigens das Land Niedersachsen. Die Samtgemeinde Lühe ist Pächter und hat den Campingplatz wiederum an Holger Blohm weiter verpachtet. Er kümmert sich - wie berichtet - in dritter Generation um den Fährdienst und die Camper. Die Gaststätte hat er vor zwei Jahren an die Familie Gosch abgegeben. Neuer Wirt ist seitdem der Cousin des Samtgemeinde-Bürgermeisters.